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Energiediscounter im Fokus: Stadtwerke Flensburg enttarnen in einem Blog die Tricks und Kniffe der schwarzen Schafe

Energiediscounter
Unter den Energiediscountern gibt es scharze Schafe, die bei der Neukundengewinnung in Vergleichsportalen nicht mit offenen Karten spielen. (Bild: Gianni Crestani / Pixabay)

Beim Energiediscounter lohnt sich oft der zweite Blick

Die Stadtwerke Flensburg haben eine Blogserie aufgelegt, die Kunden aufklärt, mit welchen teils unlauteren Mitteln Energiediscounter in Vergleichsportalen auf Kundenfang gehen. Die bislang veröffentlichten Tipps im O-Ton:

Energieversorger gibt es in Deutschland wie Sand am Meer – und die meisten von ihnen bieten darüber hinaus verschiedene Tarife an. Die großen Vergleichsportale spucken allein für Flensburg aktuell rund 236 mögliche Stromtarife aus. Darunter gibt es kleinere und größere Strom- und Erdgasanbieter, grüne und nicht so grüne – und genauso auch gute und nicht so gute Energieversorgungsunternehmen, faire und unfaire. Dass ein Anbieter „unfair“ ist, sieht ein Verbraucher auf den ersten Blick natürlich nicht. Getrieben vom Ziel, Strom und Erdgas zum besten Preis zu erhalten, wird schnell der vermeintlich günstigste Anbieter gewählt. Doch ein zweiter Blick lohnt oft. Denn gerade hinter den weit oben gelisteten Strom- und Erdgas-Discountern verbergen sich leider viele schwarze Schafe. Mit zahlreichen Methoden, die sich teils am Rande der Legalität bewegen, gehen die Billigheimer auf Kundenfang. In unserer neuen Blog-Serie zeigen wir sie Ihnen: Die Tricks und Kniffe der schwarzen Schafe auf dem Energiemarkt, auf die Sie achten sollten.

Energiediscounter-Trick Nummer 1: Der manipulierte Tarifrechner

Billiganbieter verfolgen oftmals eine Mehrmarkenstrategie – sie vertreiben das gleiche Strom- oder Erdgas-Produkt also unter verschiedenen Namen. Damit belegen sie in Vergleichsportalen wie Verivox oder Check24 gleich mehrere der oberen Plätze. Von Zeit zu Zeit wechseln sie durch kleine Änderungen am Preis die Positionierungen ihrer Energie-Marken und simulieren damit einen Wettbewerb, der gar nicht existiert. Marken, die in der Kritik stehen, werden dabei in ihrer Platzierung nach unten gerechnet, Marken mit schlechtem Image einfach umbenannt oder aussortiert. Kleiner Trick – große Wirkung. Die vermeintliche Wahlfreiheit des Verbrauchers wird ab absurdum geführt.

Wer gerade einen Energievertrag abgeschlossen hat, kann das Thema Energieversorgung erstmal getrost zu den Akten legen. Alles in trockenen Tüchern: Der Preis ist gesichert, und bis zur nächsten Verbrauchsabrechnung gibt es eine Sache weniger, um die ich mich kümmern muss. Wer sich aber für einen Energiediscounter entschieden hat, sollte die Augen besser offenhalten.

Energiediscounter-Trick Nummer 2: Verschleierte Preiserhöhungen

Discounter erhöhen trotz Preisgarantie gern direkt nach Vertragsabschluss ihre Preise. In einer langen E-Mail erhält der Neukunde einen Link zu „wichtigen Neuigkeiten“. Wer diesen Link nicht im Wirrwarr des Schreibens übersieht und klickt, erhält zunächst eine Fehlermeldung. Nur wer unbeirrt ein zweites Mal klickt, erhält die Informationen über die neuen Preise. Viele Kunden merken dann erst mit der Jahresabrechnung, dass ihr Preis viel höher ist, als bei Vertragsschluss angegeben.

Im Kleingedruckten versteckt
Bei einem weiteren Trick setzen Energiediscounter auf die Tücken des Kleingedruckten: Versteckt in den Tiefen der AGB erwähnt der Anbieter eine automatische Preiserhöhung ab dem zweiten Jahr der Vertragslaufzeit. Auf diese Erhöhung macht der Anbieter seine Kunden aber nicht separat aufmerksam. Der Kunde muss die Erhöhung dennoch hinnehmen – schließlich hat er sie bei Vertragsschluss mit den AGB akzeptiert.Transparent oder fair ist das nicht.
Ganz schön gemein, diese Energiediscounter, die zu Hauf in den Top Ten der Vergleichsportale zu finden sind. Was sie noch auf Lager haben, zeigen wir in der nächsten Ausgabe mit Trick 3: Dem Neukundenbonus, der keiner ist …
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