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Arbeitsgruppe „Wasserstoff und neue Gase“ des Deutsch-Russischen Rohstoff-Forums nimmt ihre Arbeit auf

Prof. Dr. Klaus Töpfer, Bundesminister a.D. und deutscher Schirmherr des Deutsch-Russischen Rohstoff-Forums bei der 12. Deutsch-Russischen Rohstoff-Konferenz im November 2020 in St. Peterburg. (Bild: DRRF)

Deutsch-Russische Zusammenarbeit im Wasserstoff-Bereich angestrebt

Verschiedene namhafte Wirtschaftsunternehmen und wissenschaftliche  Institutionen aus Deutschland und Russland beabsichtigen auf dem Gebiet der Wasserstoff-Technologie stärker zu kooperieren. Das ist das zentrale Ergebnis der ersten Tagung der Arbeitsgruppe „Wasserstoff und neue Gase“ des Deutsch-Russischen Rohstoff-Forums (DRRF), die am 28. August 2020 unter der Leitung der Deutschen Energie-Agentur (dena) stattfand. Ziel ist es, die bilaterale Zusammenarbeit beim Wasserstoff auf wirtschaftlicher und wissenschaftlicher Ebene zu intensivieren und bereits bestehende Aktivitäten und Kompetenzen zu vernetzen. Auch Mitglieder des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) sowie Repräsentanten des russischen Energieministeriums nahmen an der virtuellen Zusammenkunft teil, darunter auch der stellvertretende russische Energieminister Pawel Sorokin sowie Thorsten Herdan als Abteilungsleiter „Energiepolitik – Wärme und Effizienz“ im BMWi.

Wasserstoff

Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Energie-Agentur GmbH (links oben), leitete die Auftaktsitzung der Arbeitsgruppe „Wasserstoff und neue Gase“ des Deutsch-Russischen Rohstoff-Forums (DRRF), die am 28. August 2020 unter der Leitung der Deutschen Energie-Agentur stattfand (Bild: dena)

„Deutschland war, ist und bleibt auf Energieimporte angewiesen“

„Nach meiner festen Überzeugung besteht in einer gemeinsamen russisch-deutschen Entwicklung der Wasserstoffwirtschaft eine große Chance für beide Länder, aber auch für Europa und weltweit“, sagte Klaus Töpfer der als Schirmherr des Deutsch-Russischen Rohstoff-Forums. „Deutschland war, ist und bleibt auf Energieimporte angewiesen, und Wasserstoff wird dabei eine zentrale Rolle für die Energie- und Klimapolitik zukommen. Russland verfügt über ein enormes Potenzial im Wasserstoffbereich und das Land hat große Erfahrung mit der Produktion und Nutzung von Wasserstoff. Beide Länder verbindet eine traditionsreiche Energiepartnerschaft. Umso wichtiger ist es, das bestehende Vertrauen im Sinne der wissenschaftsbasierten Entwicklung einer internationalen Wasserstoffwirtschaft zu nutzen. Gemeinsam mit Russland sind wir davon überzeugt, dass noch außerordentlich wichtige Fragen einer technischen Lösung bedürfen.“

„Das Heft des Handels selbst in die Hand nehmen“

„Wir befürworten den Aufbau einer solchen Arbeitsgruppe mit deutschen und russischen Vertretern aus Wirtschaft und Wissenschaft sehr. Es ist ein wunderbares Beispiel dafür, dass Unternehmen und wissenschaftliche Einrichtungen sich nicht nur auf die Politik verlassen, sondern das Heft des Handels selbst in die Hand nehmen“, sagte Thorsten Herdan. „Insbesondere um den Energieträger Wasserstoff zielgerichtet voranzubringen, braucht es diese Impulse und internationale Kooperationen.“

Ziel der Arbeitsgruppe ist es, eine engere Verzahnung des deutsch-russischen Energiedialogs zu schaffen und gemeinsame Ansätze für den Aufbau einer gemeinsamen Wasserstoffwirtschaft zu eruieren. Gemeinsam möchten beide Seiten eine Strategie erarbeiten, die die Behandlung verschiedener Fragestellungen zum Thema Wasserstoff als Energieträger behandelt und perspektivisch konkrete bilaterale Projektansätze herausstellt. Im Rahmen der Videokonferenz drehte sich der gemeinsame Austausch unter den rund 40 Teilnehmern beispielsweise um die verschiedenen Herstellungsmöglichkeiten von Wasserstoff unter Berücksichtigung der zur Verfügung stehenden Technologien oder um den Aufbau einer Wasserstoff-Infrastruktur mit Fokus auf den Transport und die Speicherung von Wasserstoff. Auch der Aufbau von beiderseitigen Wasserstoff-Handelsbeziehungen wurde thematisiert.

Wasserstoff

Andreas Kuhlmann, dena. (Bild: Christian Schlüter)

„Energiepartnerschaft mit Russland auch beim Wasserstoff intensivieren“

„Mit diesem Auftakt können wir überaus zufrieden sein, denn auch wenn es punktuell verschiedene Meinungen gibt, so hat sich im Rahmen eines sehr lebhaften und konstruktiven Austauschs einmal mehr gezeigt, dass beiden Seiten die forschungsbasierte Entwicklung einer Wasserstoffwirtschaft sehr wichtig ist. Insofern gilt es, die gute Ausgangsposition zu nutzen, den Austausch zu intensivieren und eine gemeinsame Strategie zu erarbeiten. Wir wollen das Verständnis für die verschiedenen Vorstellungen weiter schärfen und bestenfalls Kooperations- und Projektmöglichkeiten generieren“, sagte Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung. Er unterstrich die Bedeutung der Tätigkeit der Arbeitsgruppe. „Der jüngste energiepolitische Diskurs hat gezeigt, dass internationale Märkte für Wasserstoff und synthetische Energieträger benötigt werden, um die Energiewende erfolgreich zu meistern. Insofern sollten wir unsere starke Energiepartnerschaft mit Russland auch hinsichtlich des Themas Wasserstoff intensivieren.“

Im nächsten Schritt sollen noch in diesem Jahr gemeinsame Workshops organisiert werden, bevor am 1. Dezember 2020 die 1. Deutsch-Russische Wasserstofftagung stattfindet.

Die Deutsch-Russische Rohstoff-Konferenz…
… wird vom Deutsch-Russischen Rohstoff-Forum veranstaltet und findet seit 2007 einmal im Jahr an wechselnden Austragungsorten in Deutschland und Russland statt. Die Konferenz dient als wichtige Dialogplattform, um Fachthemen der Energie- und Rohstoffwirtschaft zu diskutieren und bilaterale Kooperationsprojekte auf ökonomischer, ökologischer, wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Ebene anzustoßen. Schirmherr ist der frühere Bundesumweltminister Prof. Dr. Klaus Töpfer. Die 12. Deutsch-Russische Rohstoff-Konferenz fand im November 2019 im russischen St. Petersburg statt.

Das Deutsch-Russisches Rohstoff-Forum (DRRF) …
… ist eine Dialogplattform zur Intensivierung der Rohstoffbeziehungen beider Länder. Gegründet wurde es im Jahr 2006 von der Technischen Universität Bergakademie Freiberg und der Staatlichen Bergbau-Universität St. Petersburg, den ältesten Montanhochschulen der Welt. Die vom Deutsch-Russischen Rohstoff-Forum im jährlichen Wechsel in Deutschland und Russland veranstaltete Deutsch-Russische Rohstoff-Konferenz sowie die unterjährigen Facharbeitsgruppen bringen Vertreter aus Wissenschaft und Wirtschaft beider Länder zusammen. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Zusammenarbeit bei Zukunftsthemen der Rohstoffwirtschaft und bei nachhaltigem Wirtschaften.
https://www.rohstoff-forum.org

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