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Wuppertal ist Vorbild in der Energiewende – mit selbst produziertem grünem Wasserstoff

Wuppertal
In Wuppertal sollen langfristig sämtliche Busse sowie alle leichten und schweren Nutzfahrzeuge der Stadt mit grünem Wasserstoff betankt werden. Dies vermeidet die Emission enormer Mengen Treibhausgase. (Bild: Stadt Wuppertal)

Agentur für Erneuerbare Energien kürt die Stadt Wuppertal zur Energie-Kommune des Monats

Wuppertal, die Großstadt im Bergischen Land, überzeugt durch ein Nahverkehrskonzept, das durch regional produzierten Wasserstoff die Verkehrswende voranbringen soll. Bis 2030 sollen bereits 93 % des Wasserstoffs lokal in der Modellregion produziert werden. Gleichzeitig entwickelt die Stadt Konzepte, wie eine nachhaltige Stadtentwicklung mit wirtschaftlichen Anreizen und sozialem Engagement verbunden werden kann.

„Die Umsetzung der Mobilitätswende verläuft in den letzten Jahren sehr schleppend“, sagt Dr. Robert Brandt, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien e. V. (AEE) in Berlin. „Hier kann Wuppertal als Teil der Wasserstoffmodellregion Düssel-Rhein-Wupper Akzente setzen, um mehr Dynamik in die Verbreitung von grünem Wasserstoff als Alternative zu fossilen Energieträgern zu bringen.“

Alle Busse und Nutzfahrzeuge der Stadt sollen mit grünem Wasserstoff betankt werden

Nach der Bewerbung 2018 wurde Wuppertal als Teil der Modellregion Düssel-Rhein-Wupper 2020 ausgewählt. Langfristig sollen alle Busse sowie alle leichten und schweren Nutzfahrzeuge der Stadt mit grünem Wasserstoff betankt werden. Erste Modellrechnungen gehen von Treibhausgaseinsparungen von 744.110 Tonnen CO2-Äquivalent zwischen 2025 und 2035 aus. Die Grundversorgung mit Wasserstoff in der Region soll zunächst ein Netzwerk aus Elektrolyseeinheiten, die mithilfe von Müllheizkraftwerken betrieben werden, sicherstellen. Langfristig soll aber auch der erneuerbare Strom aus ehemaligen EEG-Anlagen genutzt werden. Allein bis zum Jahr 2030 werden in der Region 130 Megawatt aus Post-EEG-Anlagen erwartet.

Aktuell im Einsatz sind zehn Wasserstoffbusse sowie seit Dezember ein erstes Abfallsammelfahrzeug, das durch eine Brennstoffzelle angetrieben wird. Im nächsten Jahr sollen noch weitere zehn Busse angeschafft werden. Der Vorteil: Die Busse vermeiden in der Stadt Lärm und Abgase. Gleichzeitig sorgen sie dafür, dass durch die Nutzung des lokalen Wasserstoffs die Einnahmen in der Region bleiben.

Wuppertal will sich neu erfinden

Bereits 2018 wurde das inzwischen 120 Jahre alte Steinkohleheizkraftwerk vom Netz genommen. Zur Schließung der Versorgungslücke wurde das städtische Fernwärmenetz modernisiert. Heute versorgen die Abwärme der Stromproduktion des Heizkraftwerkes Barmen sowie das Verbrennen von Bio-Abfällen immer weitere Teile der Stadt mit Wärme. Allein diese Modernisierungsmaßnahme spart jährlich um die 450.000 Tonnen CO2 ein.

Langfristig will sich die Stadt neu erfinden. Im Klimaschutzkonzept von 2020 wird anhand der drei Säulen Ökologie, Ökonomie sowie Sozialem Klimaschutz und Stadtentwicklung im Verbund gedacht. Projekte wie der Masterplan Klimaschutz zielen auf die Kooperation von Politik und Wirtschaft. Aber auch der zukünftigen Generation kommt eine wichtige Rolle zu: Im Projekt „Energie gewinnt“ werden Schüler*innen spielerisch mit der Energie- und Wärmewende vertraut gemacht. Da das Projekt so gut angenommen wird und bereits an mehr als 60 Standorten erprobt wurde, soll bereits im kommenden Jahr in verschiedenen Kindertagesstätten mit der weiteren Ausweitung der Klimabildungsmaßnahmen begonnen werden.

Das ausführliche Portrait zur Energie-Kommune des Monats finden Sie hier:
www.unendlich-viel-energie.de/die-agentur/projekte/energie-kommunen/energie-kommune-des-monats-wuppertal

Siehe auch:
Emissionsfreier ÖPNV in Wuppertal: zehn Wasserstoffbusse mit Brennstoffzelle im Linienbetrieb

Die Agentur für Erneuerbare Energien e.V. (AEE)…
… leistet Überzeugungsarbeit für die Energiewende. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, über die Chancen und Vorteile einer Energieversorgung auf Basis Erneuerbarer Energien aufzuklären – vom Klimaschutz über eine sichere Energieversorgung bis hin zur regionalen Wertschöpfung. Sie arbeitet partei- und gesellschaftsübergreifend und als eingetragener Verein nicht gewinnorientiert. Die allgemeine Presse- und Öffentlichkeitsarbeit wird mittels Jahresbeiträgen von Unternehmen  und einigen Verbänden der Erneuerbaren Energien  finanziert. Darüber hinaus bewirbt sich die AEE regelmäßig um Kommunikationsprojekte von Fördermittelgebern wie Ministerien, der EU sowie Stiftungen.
www.unendlich-viel-energie.de

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