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SCABU ermöglicht Strom- und Gas-Bündelausschreibungen für SLP-Kunden

Bündelausschreibungen für SLP-Kunden
Simone Stark, Gründerin der SCABU GmbH, ermöglicht mit ihrem gleichnamigen Strom- und Gas-Auktionsportal Bündelausschreibungen für SLP-Kunden. (Bild: Elfriede Liebenow)

Bündelausschreibungen für SLP-Kunden – attraktiv für Endkunden, Energiemakler und Energielieferanten

SCABU.de ist eine unabhängige Plattform mit dem Fokus auf Strom- und Gas-Bündelausschreibungen für SLP-Kunden. Sie adressiert Immobilienverwaltungen, selbstständige Energievermittler, kleine und mittelgroße Gewerbebetriebe sowie Industriekunden (energie.blog berichtete > hier und > hier). Seit seinem Start im Juni 2020 verzeichnet das Portal kontinuierliches Wachstum. energie.blog sprach mit Simone Stark, Gesellschafterin der SCABU GmbH mit Sitz in Hamburg, u.a. über Marktsituation, Positionierung und USP der Ausschreibungsplattform sowie über weitere Pläne.

e.b: Frau Stark, wie kam es zur Gründung von SCABU?

Stark: SCABU ist letztlich das Resultat meiner langjährigen Aktivitäten und Erfahrungen als Energiemanagerin und -vermittlerin für die Immobilienwirtschaft. Im Laufe der Zeit häuften sich Anfragen von Interessenten, die auf Grund ihrer Firmenstruktur keine unterstützenden Dienstleistungen in Anspruch nehmen wollten, sondern denen es ausschließlich um den besten Preis für Strom und Gas ging. Uns wurde rasch klar: Es gibt noch keine Auktionsplattform, die auf die speziellen Bedürfnisse dieser Zielgruppe zugeschnitten ist. Wir müssen hier selbst etwas entwickeln und anbieten! Da wir sehr gut wissen, was Hausverwaltungen benötigen, was Vermittler brauchen und auch was Versorger sich wünschen, haben wir unser einschlägiges Wissen und Know-how gebündelt und in das Konzept der Ausschreibungsplattform SCABU einfließen lassen.

e.b: Was macht SCABU anders als Wettbewerber?

Stark: Unser Alleinstellungsmerkmal ist, dass wir uns auf Kunden mit Standardlastprofilen spezialisiert haben. Das Gros anderer Beschaffungsplattformen adressiert gewerbliche und Industriekunden mit registrierender Leistungsmessung. Hausverwaltungen bedienen zu können, setzt aber voraus, die Zähler bündeln zu können. Genau dieses Bündeln der Energiemengen machen wir möglich – und zwar so, dass dies für die Verwaltungen möglichst einfach und komfortabel ist. Das haben wir prozessual ausgetüftelt und umgesetzt. Mittlerweile bieten wir aber auch RLM-Kunden die Möglichkeit, Strom und Gas auf SCABU zu beschaffen – weil auch hier die Nachfrage so stark war.

WEG-Verwaltungen erfüllen mit der Auktion automatisch ihre Ausschreibungspflicht“

Besonders vorteilhaft ist SCABU für Verwaltungen von Wohnungseigentümergemeinschaften. Diese sind verpflichtet, den Energiebedarf auszuschreiben und mindestens drei Angebote von Versorgern einzuholen. Man kann sich vorstellen, wie umständlich und aufwändig es ist, mehrere Versorger anzuschreiben, Angebote einzuholen, zu vergleichen und Verträge abzuschließen. Da auf SCABU immer mehrere Energielieferanten auf Auktionen reagieren, erfüllen WEG-Verwaltungen mit der Auktion automatisch ihre Ausschreibungspflicht. Einfacher geht es nicht! Aktuell ist ein gutes Dutzend Energieversorger auf dem Portal registriert. Auch hier freuen wir uns über stetig wachsendes Interesse.

e.b: Bündeln einfach ermöglichen – wie muss man sich das vorstellen?

Stark: Die Immobilienverwalter können je nach Anzahl der Lieferstellen einfach eine Excel-Liste mit den Daten hochladen oder bei wenigen Liegenschaften diese im Portal direkt erfassen. Die Listen können, wenn innerhalb der Bündel Verträge enden, neu hinzukommen oder sich verändern, einfach aktualisiert werden. Es sind keine weiteren manuellen Tätigkeiten nötig. Wenn der Liefervertrag ausläuft, kann der Verwalter diesen auf der vorhandenen Datenbasis einfach erneut ausschreiben. Dadurch spart er enorm viel Arbeit und Aufwand ein.

„Es macht nicht immer das günstigste Angebot das Rennen“

e.b: Entscheiden die Nutzer allein nach Preis?

Stark: Der Preis ist natürlich immer ein ganz zentraler Faktor, aber nicht der einzige. Wichtig für die Wohnungswirtschaft ist beispielsweise auch die Fähigkeit, stichtagsgenau abrechnen zu können. Vertragliche Modalitäten spielen eine Rolle. Auch die Frage, ob nachweislich Grünstrom geliefert wird, kann ein Kriterium sein, oder ganz allgemein das Image des Versorgers. Es macht jedenfalls nicht immer das günstigste Angebot das Rennen.

e.b: Sie sagten, die Zahl der auf SCABU registrierten Energielieferanten wächst. Warum ist es für EVU interessant, auf Ihrer Plattform den Hut in den Ring zu werfen?

Stark: Der Vorteil für die Energieversorger liegt in erster Linie darin, dass sie Zugang zu einer Zielgruppe erhalten, die sie sonst nicht akquirieren würden, weil diese normalerweise zu kleinteilig wäre. Bei uns bekommen Energieanbieter die Möglichkeit, auf gebündelte und somit attraktive Losgrößen zu bieten. Außerdem entstehen Versorgern durch die Präsenz auf SCABU keinerlei Kosten. Auch das unterscheidet uns von vielen anderen Portalen.

„Makler wollen durch die Teilnahme auf SCABU ihr Portfolio erweitern“

e.b: Zu den Akteuren auf SCABU zählen auch Energiemakler, die ja oft ganz eigene Interessen verfolgen. Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit dieser Klientel?

Stark: Zunächst einmal: SCABU wird von den Energiemaklern sehr gut angenommen, rund 70 sind aktuell auf unserer Plattform aktiv. Der Zuspruch und das gute Verhältnis haben auch damit zu tun, dass wir Mitglied im > Bundesverband der Energiemakler sind, das Ohr somit am Puls der Branche haben und deren Situation gut kennen. Auch die Makler finden natürlich toll, dass man bei uns sehr komfortabel ausschreiben und die Deals transparent und einfach verwalten kann.

Es handelt sich meist um unabhängige Energiemakler unterschiedlichster Herkunft und Zielgruppenfokussierung. Viele nutzen auch andere Plattformen, wollen aber durch die Teilnahme auf SCABU ihr Portfolio erweitern. Energiemakler müssen ihre Provision auf SCABU ausweisen, das ist komplett transparent. Versorger, die keine mitverdienenden Vermittler akzeptieren, können somit die Finger von bestimmten Auktionen lassen. Trotzdem kommt es so gut wie immer zum Deal – das ist ja auch Sinn und Zweck der Sache. Die Nutzung von SCABU ist kostenfrei.

„Bündelausschreibungen sind für SLP-Kunden ein Königsweg zur Preisoptimierung“

e.b: Ihr Portal kommt im Markt also gut an und wächst. Welches Potenzial sehen Sie noch?

Stark: Ich glaube, dass wir noch ganz am Anfang stehen. Wachstumspotenzial sehen wir sowohl auf der Seite der Bündelausschreibungen als auch bei den Energielieferanten, die darauf bieten. In Deutschland gibt es rund 3.000 Energievermittler und Agenturen, die sich mit den verschiedensten Zielgruppen befassen. Das gebündelte Ausschreiben von Energiebedarf ist ein Königsweg zur Preisoptimierung, der im SLP-Kundenbereich sonst weitestgehend verschlossen bliebe. Das ist und bleibt attraktiv, denn auf SCABU werden tagesaktuelle, börsenbasierte Marktpreise erzielt.

Andererseits beobachten wir natürlich die Entwicklung im Markt und denken darüber nach, wie man das Auktionsspektrum auf SCABU um energienahe Produkte erweitern könnte – indem man darüber beispielsweise Solarmodule, Stromspeicher oder Wall-Boxen auktionsbasiert vermarktet. Das könnte für Hausverwaltungen und Lieferanten gleichermaßen interessant sein, um bessere Preise zu erzielen bzw. zusätzliches Marktpotenzial zu erschließen. Aber da will ich mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Unser Hauptaugenmerk liegt momentan klar auf dem Ausbau der Reichweite und der Optimierung des bestehenden Funktionsumfangs von SCABU.

e.b: Frau Stark, vielen Dank für das Gespräch!

www.scabu.de

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