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Leuchtturmprojekt im Norden: Spatenstich für grünes Wärmenetz mit Wind- und Solarenergie

Wärmenetz

Wärmeleitungen für das Wärmenetz in Bosbüll. (Bilder: GP Joule)

Nach Ende der EEG-Laufzeit werden Windenergie- und PV-Anlagen für Wärmeerzeugung und Elektrolyseure genutzt

Die EEG-Förderung fällt aus – wie kann man den Solar- und Windstrom weiterhin einträglich nutzen? Am 20 Mai 2020 war Spatenstich für ein deutschlandweit einmaliges Konzept, das in doppelter Hinsicht zeigt, wie es geht: Die Bosbüll Energie GmbH errichtet ein Fernwärmenetz, das ausschließlich Wärme aus regionalem Strom von Windenergie- und Photovoltaikanlagen, deren Förderung ausläuft, liefert. Außerdem wird die Abwärme, die bei der Produktion des grünen Wasserstoffs entsteht, für das Wärmenetz genutzt. Und die Wertschöpfung bleibt vor Ort: Ab Ende dieses Jahres werden 25 Wohnhäuser und ein großer Schweinestall in der Gemeinde Bosbüll mit über 1.100 MWhth beheizt, weitere Gebäude folgen. Initiatoren des innovativen Projekts sind Ove Petersen, Gründer und Geschäftsführer GP JOULE, Reußenköge, John-Heinrich Ingwersen, Geschäftsführer Windpark Bosbüll GmbH & Co. KG, sowie Ingo Böhm, Geschäftsführer Bosbüll Energie GmbH und Bürgermeister. Die kaufmännische und technische Betriebsführung übernehmen die Experten der GP JOULE Gruppe.

Zukunftsträchtige Sektorkopplung

Das Wärmenetz verbindet sich mit dem bahnbrechenden Wasserstoff-Mobilitätskonzept eFarm (Power-to-Gas), das zurzeit in Bosbüll gebaut wird. Für die Wärmeerzeugung investiert die Bosbüll Energie GmbH in eine Luft-Wärmepumpe und einen Heizstab (Power-to-Heat). Zusätzlich fließt die Abwärme der Elektrolyseure, die bei der Herstellung von Wasserstoff aus dem grünen Strom entsteht, in das Wärmenetz ein. So werden die Windenergie- und PV-Anlagen auch nach Ende der EEG-Laufzeit für die Wärmeerzeugung bzw. die Elektrolyseure genutzt. Um eine möglichst ressourcenschonende Wärme zu realisieren, soll vorzugsweise Strom zu Zeiten der Eisman-Schaltung genutzt werden.

Geförderter Spatenstich

Der Startpunkt des Wärmenetzes ist die Heizzentrale, direkt neben der eFarm und dem Großkunden Schweinestall. Über ein 2.680 m langes Verteilnetz, inklusive Hausanschlüsse, wird die Wärme zu den zunächst 25 Kunden im Ort Bosbüll verteilt.Das ökologische Projekt wird neben der Investition der Gesellschafter der Bosbüll Energie GmbH durch das Förderprogramm Wärmenetzsysteme 4.0 des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausführungskontrolle (BAFA) gefördert.

Wärmenetz

Leuchtturmprojekt für Deutschland: Bei Spatenstich im nordfriesischen Bosbüll (von links) Ove Petersen, Gründer und Geschäftsführer GP JOULE GmbH, Ingo Böhm, Geschäftsführer Bosbüll Energie GmbH und Bürgermeister, John-Heinrich Ingwersen, Geschäftsführer Windpark Bosbüll GmbH & Co. KG.

Über GP JOULE
2009 mit der Überzeugung gegründet, dass 100 % erneuerbare Energieversorgung machbar ist, ist GP JOULE heute ein System-Anbieter für integrierte Energielösungen aus Sonne, Wind und Biomasse sowie ein Partner auf Versorgungsebene für Strom, Wärme, Wasserstoff sowie Elektro-Mobilität. Als Pionier in der Sektorkopplung beschäftigt die mittelständische Unternehmensgruppe über 250 Mitarbeiter in Deutschland, Europa und Nordamerika. GP JOULE ist Träger des Umweltpreises der Wirtschaft Schleswig-Holstein 2019.
www.gp-joule.de

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