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Deutz AG und RheinEnergie AG kooperieren bei Wasserstoffmotor-Test im Heizkraftwerk Köln-Niehl

Wasserstoffmotor

Dr. Frank Hiller (links), Vorstandsvorsitzender der Deutz AG, und Dr. Dieter Steinkamp, Vorstandsvorsitzender der RheinEnergie AG, sind gespannt auf die Ergebnisse der Wasserstoffmotor-Erprobung. (Bild: Deutz/RheinEnergie)

Erster Pilotversuch der stationären Energieerzeugung mit Wasserstoffmotor

Zwei Kölner Unternehmen mit langer Tradition, die Deutz AG als einer der weltweit führenden Hersteller von Motoren und Antriebstechnik sowie die RheinEnergie AG als regionaler Energiedienstleister mit einem klaren Bekenntnis zur Energiewende, bündeln ihr Know-how für einen ersten Pilotversuch der stationären Energieerzeugung mit einem Wasserstoffmotor.

Die RheinEnergie hat in ihrer Roadmap zum Klimaschutz klare Ziele auch für eine klimaneutrale Erzeugung von Energie formuliert. Wasserstoff wird künftig dabei eine wichtige Rolle spielen, er ersetzt langfristig fossile Energieträger wie Erdgas.

Ab Anfang 2022 soll ein solcher Wasserstoffmotor in Kombination mit einem Generator rund 200 Kilowatt elektrische Leistung liefern. Standort für diesen Pilotversuch wird das Heizkraftwerk Köln-Niehl der RheinEnergie. Die Beschaffung des Wasserstoffs erfolgt über den Energieversorger und ist bereits gesichert.

„Dezentrale Energieversorgung für klimagerechte Gebäude oder Quartiere“

„Diese erste Anlage wollen wir dort zunächst testen und gemeinsam mit den Experten von Deutz Erfahrungswerte im stationären Betrieb dieses Motors mit dem angeschlossenen Generator gewinnen“, sagt Dr. Dieter Steinkamp, Vorstandsvorsitzender der RheinEnergie. „Diese kompakte Anlage lässt sich als dezentrale Energieversorgung für klimagerechte Gebäude oder Quartiere ideal nutzen, vielleicht auch an Einsatzstellen, die bislang nicht an ein Strom- oder Wärmenetz angeschlossen sind.“

In einem ersten Testzyklus geht es rein um die Stromerzeugung mit Hilfe des Deutz-Motors. Nach rund sechs Monaten soll sich eine zweite, ebenfalls mehrmonatige Phase anschließen, in der auch die Nutzung der Abwärme aus dem Aggregat erfolgt (Kraft-Wärme-Kopplung).

Wasserstoffmotor ist Eigenentwicklung von Deutz

Der zum Einsatz kommende Motor ist eine Eigenentwicklung von Deutz. Das Konzept basiert auf einem bestehenden Dieselmotor. „Wir sind sehr stolz, dass unser Wasserstoffmotor reif für den Markt ist“, sagt Dr. Frank Hiller, Vorstandsvorsitzender der Deutz AG. „Erste Tests auf dem Prüffstand haben wir erfolgreich abgeschlossen. Nun sind wir gespannt auf die Praxiserprobung des TCG 7.8 H2 im Pilotprojekt mit der RheinEnergie.“

Aufgrund der zur Verfügung stehenden Infrastruktur, insbesondere was die Versorgungslage mit Wasserstoff betrifft, sieht der Antriebspezialist die Verwendung zunächst in stationären Anlagen. „Grundsätzlich eignet sich der Wasserstoffmotor jedoch für alle heutigen Deutz-Anwendungen im Off-Highway-Bereich“, erklärt Michael Wellenzohn, Deutz-Vorstand für Vertrieb, Marketing und Service. „Eine Serienproduktion planen wir ab 2024. Der erste Praxistest ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg dorthin. Wir freuen uns, diesen gemeinsam mit der RheinEnergie zu gehen.“

Partner investieren 1,3 Mio. Euro in den Betriebsversuch

Für den Betriebsversuch am Standort Niehl investieren beide Partner zusammen zunächst rund 1,3 Mio. Euro. Was im ersten Schritt im eher kleinen Maßstab erprobt wird, kann Keimzelle sein für eine dezentrale, nachhaltige und treibhausgasfreie Energieversorgung in Ballungsgebieten – vor allem dann, wenn der Bezugspreis für den Wasserstoff marktfähig wird.

Über die Deutz AG
Die Deutz AG mit Hauptsitz in Köln ist einer der weltweit führenden Hersteller innovativer Antriebssysteme. Die Kernkompetenzen des börsennotierten Unternehmens liegen in der Entwicklung und Produktion sowie im Vertrieb und Service von Diesel-, Gas- und elektrifizierten Antrieben für professionelle Einsätze. Der Motorenspezialist verfügt über eine breite Produktpalette im Leistungsbereich bis 620 kW, die unter anderem in Bau- und Landmaschinen, Material-Handling-Anwendungen, stationären Anlagen sowie Nutz- und Schienenfahrzeugen zum Einsatz kommt. Mit weltweit rund 4.600 Mitarbeitern und über 800 Vertriebs- und Servicepartnern in mehr als 130 Ländern erzielte Deutz im Geschäftsjahr 2020 einen Umsatz von knapp 1,3 Mrd. Euro.
www.deutz.com

Über die RheinEnergie AG
Die RheinEnergie AG ist ein in Köln und der rheinischen Region beheimateter, bundesweit aktiver Energiedienstleister. Wir liefern neben Energie und Trinkwasser zahlreiche Energielösungen für Privatleute, Gewerbe und Industrie. Kernfeld sind Kooperationen mit Unternehmen aus der Region und bundesweit. Damit haben wir uns sicher im deutschen Energiemarkt positioniert. Die positiven Aspekte unserer rheinischen Heimat wie Offenheit und Kontaktfreude setzen wir ein, um die Wirtschaftskraft unserer Partner zu stärken. Im Geschäftsjahr 2020 erzielte die RheinEnergie AG einen Umsatz von 4,04 Mrd. Euro, sie trägt bei ihren Infrastrukturaufgaben in der rheinischen Region Verantwortung für rund 2,5 Mio. Menschen.
www.rheinenergie.com

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