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Bidirektionales Laden: Zwei neue NPM-Berichte geben Antworten auf offene Fragen

Bidirektionales Laden
Bidirektionales Laden stellt zukünftig einen wichtigen Baustein im Ökosystem der Elektromobilität dar. (Bild: Lyudinka / iStock)

Bidirektionales Laden: Welche Fragen sind offen? Und was bedeutet flächendeckende Ladeinfrastruktur?

  • Batterien von Elektrofahrzeugen können an Ladepunkten nicht nur aufgeladen werden, sondern ihre Energie auch ins Stromnetz zurückspeisen. Bidirektionales Laden oder Vehicle to Grid (V2G) nennt man diese Option. Welche Voraussetzungen müssen für die Implementierung von V2G erfüllt sein und welche Mehrwerte ergeben sich daraus für die E-Fahrzeug-Nutzerinnen und Nutzer?
  • Für den Hochlauf der Elektromobilität ist ein flächendeckendes Netz an öffentlicher Ladeinfrastruktur erforderlich. Dies muss sowohl für den alltäglichen Verkehr vor Ort als auch im Fernverkehr verfügbar werden. Wo stehen wir heute und welche Maßnahmen sind noch zu ergreifen, um die Flächendeckung bundesweit zu vollenden?

Zwei neue Berichte der Arbeitsgruppe 5 „Verknüpfung der Verkehrs- und Energienetze, Sektorkopplung“ der Nationalen Plattform Zukunft der Mobilität (NPM) mit den Titeln Factsheet Vehicle to Grid – Kundennnutzen und Netzintegration sowie Flächendeckende Ladeinfrastruktur erörtern diese Fragestellungen und zeigen Lösungen und Mehrwerte für den Verkehrs- und Energiesektor auf. Die Berichte verdeutlichen einmal mehr, dass zum Erfolg der Elektromobilität in Deutschland ein gemeinsames Verständnis aller Beteiligten zu technischen und strategischen Fragestellungen der Elektromobilität grundlegend ist, um zukunftsorientierte Anwendungsfälle umzusetzen und einen bedarfsgerechten und wirtschaftlichen Ausbau der Infrastruktur für bzw. Dienstleistungen rund um die Elektromobilität voranzutreiben.

Factsheet Vehicle to Grid – Kundennutzen und Netzintegration

Bidirektionales Laden stellt durch die intelligente Einbindung von Elektrofahrzeugen in das Energiesystem (Sektorenkopplung) zukünftig einen wichtigen Baustein im Ökosystem der Elektromobilität dar. Die bedarfsgerechte Ein- und Ausspeisung von Strom in die bzw. aus der Batterie stellt eine wichtige Flexibilisierungsoption sowohl im Sinne der Kunden wie auch der Energiewende dar: So gehören zu Use Cases von Vehicle to Grid unter anderem die Optimierung des eigenen bzw. lokalen Verbrauchs, die Möglichkeit eines netzdienlichen Ladens sowie die Vermarktung von Strom und die Erbringung weiterer Systemdienstleistungen (beispielsweise Regelenergie). Grundsätzlich sind die technischen Voraussetzungen für Vehicle to Grid bereits gegeben, aber noch nicht voll im Markt implementiert. Neben der Fokussierung auf Pilotprojekte und Reallabore hat die NPM-AG 5 daher zentrale Handlungsschritte identifiziert, die zur Weiterentwicklung bzw. zukünftigen Wertschöpfung dieser Technologie beitragen.

Bericht Flächendeckende Ladeinfrastruktur

Für den Hochlauf der Elektromobilität ist eine flächendeckende und wirtschaftlich betreibbare Ladeinfrastruktur erforderlich. Allerdings ist bisher offen, wie die Flächendeckung konkret auszugestalten und wann sie erreicht ist. Der Bericht liefert dafür ein gemeinsames Verständnis, das aufgrund der unterschiedlichen Anforderungen zwischen dem Ausbau flächendeckender öffentlicher Ladeinfrastruktur vor Ort und im Fernverkehr unterscheidet.

Für eine flächendeckende Ladeinfrastruktur vor Ort kommt den Städten und Kommunen aus Sicht der NPM eine zentrale Rolle in der Erarbeitung bedarfsgerechter lokaler Ladeinfrastrukturstrategien zu, die durch Maßnahmen und Unterstützungsprogramme des Bundes flankiert werden sollten. Zur Veranschaulichung möglicher lokaler Ladeinfrastrukturstrategien liefert der Bericht entsprechende Praxisbeispiele. Um die flächendeckende Ladeinfrastruktur im Fernverkehr entlang von Autobahnen und Fernstraßen zu vollenden und die Umsetzung über die Zeit messbar zu machen, wird ein Abstandskorridor von maximal 30 km bis 50 km und die Ausstattung aller heutigen Raststätten mit Ladeinfrastruktur empfohlen. Zugleich muss eine spätere Skalierung der Standorte wie auch eine marktgetriebene Nachverdichtung möglich sein.

Die Berichte stehen unter www.plattform-zukunft-mobilitaet.de/berichte/ zum Download bereit.

Über NPM – Nationale Plattform Zukunft der Mobilität
Die Nationale Plattform Zukunft der Mobilität bringt Experten aus Politik, privatem Sektor, Verbänden, Forschungseinrichtungen und NGOs zusammen, um Konzepte für eine nachhaltige, umwelt- und klimagerechte, bezahlbare und wettbewerbsfähige Mobilität in Deutschland zu entwickeln. Unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Henning Kagermann erarbeiten sechs Arbeitsgruppen technologieneutral verkehrsträgerübergreifende Handlungsempfehlungen an Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.
www.plattform-zukunft-mobilitaet.de

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