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Accenture-Studie: Digitaler und nachhaltiger Wandel führt Unternehmen schneller aus der Corona-Krise

Digitaler und nachhaltiger Wandel
Digitaler und nachhaltiger Wandel steht bei europäischen Wirtschaftsunternehmen hoch im Kurs. Die Zwillingstransformation ist jedoch mit Herausforderungen verbunden. (Bild: B4LLS / iStock)

Zwillingsstrategie: Digitaler und nachhaltiger Wandel steht bei knapp jedem zweiten Unternehmen in Europa auf der Agenda

Digitaler und nachhaltiger Wandel Hand in Hand: Europäische Unternehmen, die sowohl ihre Digitalisierung vorantreiben als auch in Nachhaltigkeit investieren, haben bessere Chancen, sich schneller von den Folgen der COVID-19-Pandemie zu erholen und sogar gestärkt aus der Krise hervorzugehen. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „The European Double Up: A twin strategy that will strengthen competitiveness“ des Beratungsunternehmens Accenture. Die Ergebnisse werden während des virtuellen The Davos Agenda-Events des Weltwirtschaftsforums vorgestellt. Laut der Studie erwarten die europäischen Wirtschaftsführer/innen, dass sie in durchschnittlich 18 Monaten zu dem Umsatzniveau zurückkehren, das sie vor der Pandemie vorwiesen.

Die COVID-19-Krise hat zu Unterschieden bei der Widerstandsfähigkeit und den Wachstumsprognosen in europäischen Unternehmen geführt:

  • Die Hälfte der europäischen Unternehmen (49 %) hat in den letzten zwölf Monaten Umsatz- oder Gewinnrückgänge verzeichnet und erwartet im Verlauf des Jahres keine Verbesserung.
  • Ein Fünftel der befragten Firmen in Europa (19 %) gab an, vor der Pandemie eine starke finanzielle Leistungsfähigkeit gehabt zu haben, zum jetzigen Zeitpunkt hingegen mit negativem Umsatz- oder Gewinnwachstum für die nächsten zwölf Monaten zu kalkulieren. Die Studie bezeichnet diese Unternehmen als „falling angels“.
  • Ein Drittel der europäischen Unternehmen (32 %) erwartet in den nächsten zwölf Monaten ein profitables Wachstum. Diese Unternehmen bezeichnet die Studie als „tomorrow’s leaders“.
Digitaler und nachhaltiger Wandel steigert das Erholungstempo

Die Wahrscheinlichkeit, zur Gruppe „tomorrow’s leaders“ zu gehören, ist bei Unternehmen, die sowohl bei der Implementierung von digitalen Technologien als auch von nachhaltigen Verfahren führend sind, fast dreimal so hoch. Laut Studie erholen sich diese Unternehmen schneller von der Krise und gehen gestärkt daraus hervor.

„Die Digitalisierung hat die 2010er Jahre bestimmt. Dabei haben sich die Unternehmen durchgesetzt, die diese Transformation in Geschwindigkeit und Umfang angeführt haben“, erklärt Jean-Marc Ollagnier, CEO von Accenture in Europa. „In diesem Jahrzehnt erfasst die Wirtschaft eine neue Welle des Wandels – hin zu mehr Nachhaltigkeit. Wie europäische Unternehmen diese ‚Zwillingstransformation‘ bewältigen, wird nicht nur darüber entscheiden, wie schnell sie sich von der Krise erholen, sondern auch darüber, wie gut sie positioniert sind, um nach der Pandemie nachhaltig zu wachsen.“

Der Studie zufolge priorisiert fast die Hälfte der europäischen Unternehmen (45 %) Investitionen, die sowohl die digitale Transformation als auch Nachhaltigkeit betreffen. Konkret planen 40 % der Befragten in Europa große Investitionen in künstliche Intelligenz, 37 Prozent wollen verstärkt in die Cloud investieren und 31 % richten ihren Kapitaleinsatz neu aus, um sich stärker auf nachhaltige Geschäftsmodelle zu konzentrieren.

Europäische Unternehmen schauen unsicher auf 2021

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass weniger als die Hälfte der europäischen Unternehmen (45 %) damit rechnet, ihre Wachstumsziele für 2021 zu realisieren. Die Befragten in Großbritannien, Frankreich und Deutschland gehören zu den optimistischsten: 59 %, 52 % bzw. 51 % der Befragten in diesen Ländern erwarten, ihre Ziele für 2021 zu erreichen. Die Befragten in Italien und Spanien gehören zu den pessimistischsten: Nur 34 % bzw. 31 % von ihnen erwarten, ihre Wachstumsziele für 2021 zu verwirklichen.

„Selbst Unternehmen, die wirtschaftliche Chancen darin erkennen, ihren digitalen und nachhaltigen Wandel gleichermaßen zu beschleunigen, begegnen Herausforderungen in den verschiedenen Stadien dieser Zwillingstransformation“, so Ollagnier. „Zu diesen Herausforderungen gehören die klare Definition eines tragfähigen Geschäftsmodells rund um nachhaltige Verfahren und Produkte, die Freisetzung von Ressourcen, um die Organisation besser zu mobilisieren, und der schnelle Übergang von Pilot- und Silo-Projekten zu groß angelegten und unternehmensweiten Initiativen.“

Strategische Ansätze für eine Zwillingstransformation

Um die Herausforderungen „Digitaler und nachhaltiger Wandel“ zu bewältigen und eine Zwillingstransformation erfolgreich voranzutreiben, werden im Rahmen der Studie mehrere strategische Ansätze vorgeschlagen. Diese beinhalten:

  • Die Förderung von ökosystembasierten Geschäftsmodellen, die von Nachhaltigkeit angetrieben und durch Technologie ermöglicht werden: Bei der Zwillingstransformation führende Unternehmen generieren bereits mehr als 10 % ihres Umsatzes auf diese Weise.
  • Kombination von Ressourcen, um Technologieanwendungen für nachhaltige Verfahren zu skalieren: Führende Unternehmen im Bereich der Zwillingstransformation investieren insgesamt stärker in Innovation und geben mehr als 10 % ihres Jahresumsatzes für Forschung und Entwicklung aus. Sie betrachten Nachhaltigkeit und Technologie nicht als getrennte Prioritäten.
  • Talente anleiten, stärken und fördern: Führungskräfte, die die Zwillingstransformation vorantreiben, übernehmen Verantwortung für die kontinuierliche Arbeitsfähigkeit ihrer Mitarbeitenden. Sie sind sich bewusst, dass der Aufbau und die Förderung von Talenten essenziell sind, um aus der Transformation messbaren Mehrwert für das Unternehmen zu ziehen. Daher fördern sie die Weiterbildung ihrer Mitarbeitenden.

„Europäische Unternehmen können den gewohnten Weg weitergehen. Dann werden sie allerdings zusehen müssen, wie andere Firmen sich einen klaren Wettbewerbsvorteil verschaffen. Oder aber sie schließen sich den Vorreitern an, indem sie den Mehrwert ausschöpfen, der in der Verbindung von innovativer Technologie und Europas traditionellen Stärken wie Nachhaltigkeit, Solidarität und Sinnhaftigkeit liegt“, erläutert Ollagnier.

Über die Studie
Die Studie basiert auf einer Befragung von 4.051 C-Level-Führungskräften in 13 Ländern und 19 Branchen. Die Umfrage wurde im November 2020 durchgeführt und umfasst Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 500 Millionen US-Dollar. Zu den vertretenen Branchen gehören: Luft- und Raumfahrt & Verteidigung; Fluggesellschaften/Reisen/Transport; Automobil; Banken; Kapitalmärkte; Kommunikation/Medien/Unterhaltung; Chemie; Konsumgüter; Energie; Gesundheit; Hightech; Industriegüter & Ausrüstung; Versicherung; Pharma/Biotech/Life Sciences; Öffentlicher Dienst; Einzelhandel; Software/Plattformen; und Versorgungsunternehmen. Die befragten Unternehmen stammen aus Australien, Kanada, China, Frankreich, Deutschland, Italien, Japan, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Singapur, Spanien, das Vereinigte Königreich und die Vereinigten Staaten.

Über Accenture
Accenture ist ein weltweit tätiges Beratungsunternehmen, führend in Digitalisierung, Cloud und Security. Wir bringen unsere umfassende Erfahrung und spezialisierten Fähigkeiten in mehr als 40 Branchen ein und bieten Dienstleistungen aus den Bereichen Strategy & Consulting, Interactive, Technology und Operations – gestützt auf das weltweit größte Netzwerk aus Centern für Advanced Technology und Intelligent Operations. Unsere 514.000 Mitarbeitenden arbeiten jeden Tag für Kunden in über 120 Ländern daran, Technologie und menschliche Kreativität zu vereinen. Wir setzen auf Veränderung, um Mehrwert und gemeinsamen Erfolg zu schaffen – für Kunden, Mitarbeitende, Aktionäre, Partner und für die Gemeinschaft.
www.accenture.de

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