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Solarstrom vom Balkon – Potenzial für mehr als eine Million Geräte allein in NRW

Solarstrom vom Balkon
Solarstrom vom Balkon ist nicht nur gut für die Umwelt und das Portemonnaie, sondern in diesem Fall auch fürs Auge. (Bild: Zentrale Solarterrassen & Carportwerk GmbH)

Ministerin Ursula Heinen-Esser: „Gute Möglichkeit für Mieterinnen und Mieter“

Für deutlich mehr als eine Million Stecker-Solargeräte sieht die Verbraucherzentrale NRW sinnvolle Einsatzchancen an Balkonbrüstungen und auf Terrassen im bevölkerungsreichsten Bundesland. Die kleinen Kraftwerke, die ihren Strom über Außensteckdosen direkt in die Wohnungsnetze leiten, könnten zusammen durchaus die Leistung eines Kohlekraftwerks ans Netz bringen – ganz ohne Abgase oder aufwändigen Leitungsbau. Und das, obwohl hier nur Immobilien einbezogen sind, die für eine typische Solaranlage auf dem Dach nicht geeignet sind. 

Solarstrom vom Balkon

(Foto: VZ NRW)

Wie sich das entstehende Potenzial von mehr als 290 Gigawattstunden dezentraler Stromerzeugung pro Jahr ausschöpfen lässt, haben die Verbraucherschützer mit NRW-Umwelt- und Verbraucherschutzministerin Ursula Heinen-Esser (Foto) besprochen. Im Fokus dabei: Aufklärung und Entbürokratisierung bei den Netzbetreibern.

Am Aktionsstand „Steck die Sonne ein!“ auf der Landesgartenschau in Kamp-Lintfort machte sich Ministerin Heinen-Esser ein Bild von der Technik, die nicht nur Wohnungseigentümer nutzen können. „Gerade für die vielen Mieterinnen und Mieter in Nordrhein-Westfalen ist die Stecker-Photovoltaik eine tolle Möglichkeit, die eigene Stromrechnung zu senken und gleichzeitig das Klima zu entlasten“, sagte sie. „Viele Mieterhaushalte können so – mit Einverständnis der Vermieterin oder des Vermieters – einfach die Initiative ergreifen und direkt vom Balkon aus für eine saubere Energiezukunft sorgen.“

Solarstrom vom Balkon: Nicht nur Eigentümer profitieren
Solarstrom vom Balkon

(Foto: VZ NRW)

Wolfgang Schuldzinski (Foto), Vorstand der Verbraucherzentrale NRW, betonte: „Die Stecker-Photovoltaik räumt auf mit dem Klischee, dass nur Hauseigentümer von der Energiewende profitieren können. Auch Mieter können das – und zwar ganz direkt mit dem Solarstromgerät am eigenen Balkon.“

Für die Investition von 350 bis 500 Euro liefert ein Stecker-Photovoltaikmodul Strom im Wert von aktuell rund 54 Euro pro Jahr – unter optimalen Bedingungen an einer Südfassade. So kann sich die Anlage nach sechs bis neun Jahren bezahlt machen und danach kleine Gewinne abwerfen. Voraussetzung: Es gelingt, den Strom komplett selbst zu nutzen. Dabei kann es helfen, zum Beispiel die Waschmaschine tagsüber zu starten, wenn die Module gerade Strom produzieren.

Appell: Netzbetreiber sollen Bürokratiehürden abbauen

Damit sich die Technik weiter verbreite, seien allerdings noch bürokratische Erleichterungen entscheidend, sagte Schuldzinski. Dazu hatte die Verbraucherzentrale NRW im Rahmen ihrer Aktion „Steck die Sonne ein!“ eine Umfrage unter örtlichen Verteilnetzbetreibern durchgeführt. „Wir beobachten bei den Netzbetreibern insgesamt eine wachsende Aufgeschlossenheit für das Thema“, berichtete Schuldzinksi. „Doch wir sehen auch, dass einige der Unternehmen für die vorgeschriebene Anmeldung der Stecker-Solargeräte immer noch sehr komplexe Unterlagen einfordern, die eigentlich für große Dachanlagen gedacht sind. Oder sie versuchen, Gebühren für einen Zählertausch zu erheben. Das läuft natürlich dem Gedanken des einfachen Solarstroms für alle zuwider.“ Hier poche die Verbraucherzentrale darauf, dass zügig flächendeckend verbrauchergerechtere Abläufe etabliert würden.

www.verbraucherzentrale.nrw/steckersolar

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