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Energy Storage Europe in Düsseldorf: Detailliertes Hygiene- und Infektionsschutz-Konzept soll Messedurchführung gewährleisten

Hygiene-und Infektionsschutz-Konzept
Die Energy Storage Europe ist die Fachmesse für die globale Energiespeicherindustrie mit Anwendungen und Energiesystemen im Fokus. Werden Ihre Pforten im März 2021 tatsächlich wieder öffnen? Das Hygiene- und Infektionsschutz-Konzept dafür steht. (Bild: Messe Düsseldorf)

Hygiene- und Infektionsschutz-Konzept signalisiert: Auf der Messe hat man Corona im Griff

Nach dem Lockdown aufgrund der Corona-Pandemie im März dieses Jahres plant die Messe Düsseldorf GmbH für den bevorstehenden Herbst einen Neustart. Dafür wurde ein umfangreiches Hygiene- und Infektionsschutz-Konzept entwickelt, das es ermöglichen soll, Messen unter größtmöglichem Schutz von Ausstellern, Besuchern, Partnern und Mitarbeitern zu veranstalten. Dieses Hygiene- und Infektionsschutz-Konzept soll auch die Durchführung der Energy Storage Europe (16.-18.03.2021) gewährleisten.

Damit alle Teilnehmer sich sicher fühlen können, werden u.a. Personenzahlen und Flächen, Abstandsmarkierungen, Wegeführung und Personaleinsatz angepasst. Transparente Trennwände, Hinweisschilder und Informationstafeln kommen vermehrt zum Einsatz. Bestandteil des Hygiene- und Infektionsschutzkonzeptes sind etwa auch Desinfektionsmittelspender im Eingangsbereich der Messe und der Hallen, in den Hallen, in Hallenübergängen und WC-Anlagen. Ein- und Ausgänge sind getrennt, Türanlagen bleiben durchgängig geöffnet. Funktionsstarke Lüftungsanlagen auf dem gesamten Messegelände und bei Bedarf natürliche Luftdurchströmung sorgen dafür, dass die Dichte der Mikroorganismen in der Atemluft reduziert wird.

Mit Hilfe von exklusiv online verfügbaren Tagestickets, Registrierungen und Video-Monitoring wird die Personenzahl bei allen Veranstaltungen gesteuert. Dadurch hat die Messegesellschaft die Besucherzahl immer genau im Blick.

Im Ausstellungsbereich sorgt der Veranstalter dafür, dass alle frequentierten Kontakt- und Oberflächen häufig gereinigt und desinfiziert werden. Messestände bieten genügend Freiraum, um Abstand halten zu können. Besprechungskabinen sind oben offen und somit belüftet. Ausstellern wird die Möglichkeit geboten, ihren Verpflichtungen zur Ermöglichung der Rückverfolgbarkeit nach der Coronaschutzverordnung NRW nachzukommen, indem die Besucher-Badges (auf freiwilliger Basis) eingescannt werden können. Dies spielt insbesondere dann eine Rolle, wenn ein Austeller auf seinem Stand auch Bewirtung anbietet. Standparties werden nicht erlaubt sein.

Im Übrigen gelten die üblichen Verhaltensmaßregen: Kein Körperkontakt, im Gebäude Mund-Nase-Schutz tragen, Abstand halten sowie in die Armbeuge husten und niesen.

Hier geht es zum Hygienekonzept der Messe Düsseldorf.

Kommentar:

Würden Sie jetzt eine Messe besuchen?

Die Düsseldorfer sind mutig. Das zeigt schon die Beharrlichkeit der Stadt Düsseldorf, vielen Bedenken zum Trotz am 4. September 2020 ein Popkonzert u.a. mit Sarah Connor und Bryan Adams im Düsseldorfer Fußballstadion durchführen zu wollen. Ob das Konzert tatsächlich stattfinden wird, soll spätestens am 31. August entschieden werden. Bis dahin will man das Infektionsgeschehen beobachten. Mutig ist ebenso der Plan der Messe Düsseldorf, im Herbst wieder erste Veranstaltungen durchzuführen.

Eine Messe ist zwar kein Popkonzert, trotzdem wird man die gleichen Maßstäbe anlegen müssen, wenn letztlich darüber zu befinden sein wird, ob eine Messe tatsächlich stattfinden kann. Ist es verantwortbar oder nicht?

Es ist gut und lobenswert, dass Veranstalter den Mut und die Risikobereitschaft aufbringen, Wege zurück zur Normalität zu suchen. Ohne solche Experimente keine neuen Erkenntnisse und Fortschritte im Bestreben, sich irgendwie mit der Pandemie zu arrangieren. In den letzten Monaten hat es schon viel zu viele Kollateralschäden in allen Lebensbereichen gegeben, nicht zuletzt wirtschaftlicher Art. Auch die Messegesellschaften leiden massiv unter dem Lockdown. Ein halbes Jahr sind sie nun ohne Einnahmen. Die Veranstalter hängen finanziell am Tropf. Eine erfolgreiche Messe könnte jetzt lebensrettend sein.

Aber kann es in Corona-Zeiten erfolgreiche Messen und Kongresse geben? Mit Blick auf das sich mir bietende Stimmungsbild ist Skepsis angebracht. Sowohl Aussteller als auch Besucher könnten im Zweifelsfall daheim bleiben. Aufwand, Risiken und potenzieller Nutzen stehen in keinem stabil positivem Verhältnis zueinander. Viele Firmen haben für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Dienstreiseverbote verhängt. Das beste Hygiene- und Infektionsschutz-Konzept auf dem Messegelände könnte als Beruhigungspille nicht stark genug sein. Denn Corona-Viren lauern potenziell ebenso in Flugzeugen (aus aller Welt!), in Bussen und Bahnen, in Hotels, Restaurants und sonst wo. Gedränge bei An- und Abreise – wer kann das zuverlässig verhindern? Zumal wir uns wieder kühleren Jahreszeiten nähern und damit mit Umweltbedingungen, die Corona-förderlich sein sollen. Das ungute Gefühl wäre immer mit dabei.

Um nicht missverstanden zu werden: Die aktuelle Messepause bedauere ich zutiefst. Digitale Formate sind für mich kein adäquater Ersatz für elektrisierende Vor-Ort-Veranstaltungen (siehe auch: https://energie.blog/wann-gibt-es-endlich-wieder-echte-messen-eine-liebeserklaerung/). Physische Messen sind ein Lebenselixier für Branchen aller Art – auch für die Energiebranche und nicht zuletzt für mein eigenes Geschäft. Deshalb drücke ich allen Messeveranstaltern beide Daumen, dass meine Zweifel unbegründet sind und dass ihr Mut beim Re-Start belohnt wird. Denn klar ist auch: Noch ein weiteres halbes Jahr Flaute könnte dazu führen, dass es bald keine Messegesellschaften mehr gibt, die in der Lage sind, große Veranstaltungen professionell auf die Beine zu stellen. Die spannende Frage lautet: Gibt es einen praktikablen, verantwortbaren Weg, der aus dem Dilemma führt?

Hand aufs Herz: Würden Sie jetzt eine Messe besuchen? Kommentare willkommen!

Gerhard Großjohann

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