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Die Mobilfunkanbindung erweist sich beim Einbau intelligenter Messsysteme als Knackpunkt

Mobilfunkanbindung
Funktioniert die Mobilfunkanbindung? Ein Feldstärketest am Einbauort des Smart Meter Gateways bringt Klarheit. (Bild: VOLTARIS)

Herausforderung Mobilfunkanbindung: Wenn es bei der iMSys-Inbetriebnahme Probleme gibt, ist in 80 % der Fälle schlechter Empfang die Ursache

Von Frank Wolf, Bereichsleiter Zählerdienstleistungen, VOLTARIS GmbH

Der Rollout der intelligenten Messsysteme (iMSys) läuft, und die ersten Einbauten innerhalb unserer Anwendergemeinschaft sind erfolgreich verlaufen. Bisher ist die Qualität der Messdaten gut bis sehr gut. Die größte Herausforderung liegt nach wie vor in der Mobilfunkanbindung: Vier von fünf Störungen lassen sich auf zu schlechten Empfang zurückführen. Aber warum ist das so? Die Geräte haben SIM-Karten und werden vor Ort über Mobilfunk angebunden und parametriert. Wenn der Mobilfunkempfang am Einbauort des iMSys schlecht ist, kann es im Initialisierungsprozess zu Verzögerungen kommen. Im Idealfall dauert es etwa 60 Minuten, bis alle Profile aufgespielt sind und das Gateway im Produktivmodus arbeitet. Das kann je nach Verbindung dann auch schon mal einige Stunden dauern. Oder die Verbindung ist insgesamt instabil. Das ist natürlich nicht akzeptabel.

Maßnahmenpaket für die Mobilfunkanbindung von Smart Meter Gateways

Um die Monteure vor Ort zu unterstützen, haben wir ein komplettes Maßnahmenpaket für die Mobilfunkanwendung entwickelt. Vor der Installation bieten wir eine Abfrage der Providerdaten für die Anschlussobjekte an, um die Feldstärke am Haus festzustellen. Für Gateways, die im Keller verbaut werden, gibt es typische Abschlagswerte. Es kann aber sein, wenn man sich die Situation vor Ort anschaut, dass der Kellerraum noch stärker abgeschirmt ist, als gedacht. Dann muss man vielleicht eine Antenne ans Fenster legen oder gleich nach Möglichkeit auf eine andere Technologie ausweichen. Wir testen weitere WAN-Alternativen, z.B. die Anbindung von Gateways im 450 MHz-Funknetz.

Hoffnungsträger 450-MHz-Netz

Das 450-MHz-Netz (mehr dazu im > Positionspapier des VKU/BDEW) ist sehr wichtig für die Energiewirtschaft. Nicht nur als Kommunikationsnetz in Krisenfällen, sondern eben auch für die Datenübertragung im intelligenten Messwesen. Damit kann man auch Gateways an Orten in Liegenschaften anbinden, die man mit herkömmlicher Mobilfunkanbindung nicht erreichen würde. Im Rahmen von > Designetz haben wir in zwei Demonstrator-Gebieten im Saarland bereits Gateways für das 450-MHz-Netz verbaut. Im Moment ist es noch zu früh, über Erfahrungswerte zu sprechen – das holen wir zu gegebener Zeit nach.

Spezielle Gateways, Pegelmessung und Antennentechnik

Weiterhin verwenden wir im Bedarfsfall spezielle LTE Smart Meter Gateways mit 2G/3G-Fallback. Auch die Pegelmessung vor Ort spielt eine wichtige Rolle. Gemessen werden sollte zwei Mal: Einmal vor dem Gebäude und einmal im Zählerschrank. Die Prüfung vor dem Gebäude bestimmt, ob vor Ort überhaupt ein ausreichender Empfang gegeben ist. Diese Messung kann auch zum Vergleich mit den Providerdaten herangezogen werden. Die zweite Prüfung erfolgt über die Einbauantenne am Zählerschrank. Anhand dieser entscheidet der Monteur, ob der Einbau durchgeführt werden soll oder nicht. Um sicher zu gehen, sollte er auch eine Empfangsprüfung in einem geschlossenen Zählerschrank durchführen. Auch die Auswahl der geeigneten Antenne spielt eine große Rolle. Grundsätzlich sind alle drei Antennenarten (Hutschienenantenne, multifunktionelle Antenne und Rundstrahlantenne) LTE- bzw. GPRS-fähig. Letztendlich entscheidet der Monteur vor Ort anhand eines speziellen Netzscanners, welche Antenne wie zu platzieren ist, um die bestmögliche Verbindung zu erreichen.

Exklusiv für VOLTARIS-Kunden: Montagehandbuch für den Einbau intelligenter Messsysteme

Mit jedem Einbau eines iMSys steigt unser Erkenntnisgewinn. Diese Lessons Learned diskutieren wir innerhalb unserer Anwendergemeinschaft und dokumentieren sie sogfältig in praxistauglichen Handbüchern. Im Januar brandaktuell erschienen ist unser Handbuch zur Installation und Inbetriebnahme der intelligenten Messsysteme. Es enthält die Abbildungen aller einzelnen Installationsschritte in Bild und Text sowie eine ausführliche Antennenübersicht auf mehr als 60 Seiten. Die Erfahrungen aus den bisherigen Installationen sind mit eingeflossen. Das Montagehandbuch ergänzt das Prozess- und Arbeitshandbuch, das bereits veröffentlicht und im Einsatz ist. Dieses enthält alle relevanten Prozesse des grundzuständigen Messstellenbetreibers im Rahmen des Smart Meter Rollouts – von der Mengenplanung und Zählpunktauswahl über die Beschaffung und Disposition bis hin zu Installation, Inbetriebnahme und dem Störungsmanagement. Interessierte Stadtwerke und Netzbetreiber können sich der Anwendergemeinschaft übrigens noch anschließen. Nehmen Sie gerne Kontakt mit unserem iMSB-Team auf!

Hier geht’s zum > VOLTARIS-Blog

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