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Wie variable Stromtarife die Netzstabilität verbessern können

variable Stromtarife

Variable Stromtarife im Discovergy-Portal (Bilder: Discovergy)

Variable Stromtarife können zur Verschiebung von Lasten anreizen

Die Energiewende in Deutschland stößt zeitweise an ihre Grenzen. Übersteigt das Energie-Angebot aufgrund wetterbedingter Erzeugung aus Wind oder Solar die Nachfrage deutlich, reagiert der Marktmechanismus mit negativen Strompreisen an der Strombörse EEX. Abhilfe könnten Stromspeicher schaffen, die bislang aber nur selten wirtschaftlich sind. Eine weitere Option sind variable Stromtarife, die die Verschiebung von Lasten durch Weitergabe von Preisschwankungen anreizen. Discovergy ermöglicht mit seiner intelligenten Messtechnik solche Angebote – wie etwa den ersten dynamischen Tarif für Endkunden des Cleantech-Startups aWATTar.

„Erneuerbare Energien sind die Basis”

„Die Verbrennung fossiler Ressourcen bis 2050 global zu beenden, ist eine gewaltige Menschheitsaufgabe”, so Nikolaus Starzacher, Geschäftsführer von Discovergy. „Je länger wir mit dem Umbau zögern, umso teurer wird die Bewältigung der Klimakrise. Erneuerbare Energien sind die Basis für das Erreichen der Klimaneutralität. Die effiziente Elektrifizierung des Strom- und Wärmesektors ist ein wichtiger Schlüssel, deshalb werden sich  variable oder dynamische Stromtarife rasch als Standard durchsetzen. Jeder Endverbraucher kann damit seine Energiekosten im Blick behalten und reduzieren. Und damit maßgeblich dazu beitragen, die volkswirtschaftlichen Kosten der sektorübergreifenden Energiewende so gering wie möglich zu halten

Intelligente Messtechnik als Grundlage für variable Stromtarife

„Unsere Daten zeigen, dass flexibler Verbrauch signifikant auf Preissignale reagiert”, sagte Co-Geschäftsführer Simon Schmitz vergangene Woche während eines Webinars der Discovergy Metering Akademie, bei dem mehr als 140 Vertreter der Energiewirtschaft großes Interesse am Thema signalisierten. Als geeignete Verbraucher gelten heute insbesondere Wärmepumpen, die Wallboxen von E-Autos und Heimspeicher: „Ihr Stromverbrauch ist relevant, die Lasten lassen sich automatisiert verlagern – und überdies werden damit fossile Energien ersetzt.”

variable Stromtarife

Grundlage für die Nutzung variabler Stromtarife ist intelligente Messtechnik, die den Verbrauch zeitnah erfasst. Derzeit erhalten die aWATTar-Kunden einen Smart Meter von Discovergy, der über das Kommunikationsgateway Meteroit verfügt. Auf Basis dieser Daten in Kombination mit den stündlichen Börsenpreisen errechnet der Energieversorger die tatsächlichen Kosten jedes Kunden der Tarife „Hourly” und „Hourly-Cap”. Der Endkunde erhält über das Webportal von Discovergy die notwendige Transparenz zur Verbrauchskontrolle.

 

„Die allermeisten unserer Kunden senken ihren Energieverbrauch und reduzieren ihre Kosten deutlich”, so Simon Schmitz. Während die Hälfte der aWATTar-Kunden im Jahr 40 Euro gegenüber dem Tarif auf Basis des Standardlastprofils spart, schaffen es die besten zehn Prozent, die eigenen Kosten um etwas weniger als 100 Euro pro Jahr zu reduzieren. Dabei sorgt ein niedriges Börsenpreisniveau wie im Jahr 2020 für kurzfristige Spar-Effekte. Bei höherem durchschnittlichen Börsenpreis steigen die Potenziale für Einsparungen deutlich.

CO2-Preis treibt Börsenstrompreise

Der in den vergangenen Wochen auf mehr als 50 Euro pro Tonne gestiegene CO2-Preis im Emissionshandel erhöht das Börsenpreisniveau und stärkt den Nutzen variabler Stromtarife. Schmitz wies aber auch darauf hin, dass die Variabilisierung weiterer Kostenkomponenten wie etwa von Netzentgelten ebenfalls hilfreich wären. In Kürze wird aWATTAR durch den Einsatz von intelligenten Messsystemen, also Smart Metern mit zertifiziertem Smart-Meter-Gateway, neue Funktionen wie reduzierte Arbeitspreise durch Nachtstromtarife (TAF2) oder steuerbare Verbrauchseinrichtungen (Wallbox / Wärmepumpe) hinzufügen. Abgerechnet wird dann aufgrund der Vorgaben des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik im Viertelstundentakt.

Für die automatisierte Steuerung eignen sich beispielsweise die Wallbox von go-E oder die Wärmepumpen von Nibe oder iDM.  „Wir sind ständig in Gesprächen mit Hardware-Herstellern, die Automatisierungen auf Basis unserer Preis-API realisieren möchten”, so Schmitz.

Über Discovergy
Als führender Komplettanbieter von Smart Metering-Lösungen verfolgt die Discovergy GmbH das Ziel, mit ihren Produkten und Dienstleistungen zum Gelingen der Energiewende beizutragen. Mit Echtzeit-Datenerfassung entstehen direkter Kundennutzen durch mehr Transparenz, gerätespezifische Verbrauchsinformationen und die Möglichkeit zur Eigenverbrauchsoptimierung. Das Unternehmen mit Sitz in Aachen und Heidelberg hat bereits heute ein eigenes Smart Meter Gateway (Meteroit), und macht damit schon jetzt digitale Strom- und Gaszähler intelligent. Das Dienstleistungsangebot umfasst u.a. den bundesweiten Messstellenbetrieb für Strom und Gas, Visualisierungs- und Abrechnungslösungen, aber auch Komplettpakete – etwa zur Realisierung von Mieterstromprojekten oder auch für intelligente Messsysteme. Zu den Kunden von Discovergy zählen neben den Energieverbrauchern (Privat, Gewerbe, Industrie, Filialisten) auch Stadtwerke, Energieversorger und Netzbetreiber sowie Mobilfunkanbieter. Das Unternehmen wurde 2009 von Ralf Esser und Nikolaus Starzacher gegründet und zählt mittlerweile mehr als 150 Mitarbeiter. Geschäftsführer ist Nikolaus Starzacher.
www.discovergy.com

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