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Udo Sieverding: »Zeitplan für den Rollout intelligenter Messsysteme muss aktualisiert werden«

Udo Sieverding
Udo Sieverding bei seinem Vortrag auf dem Netz- und Vertriebsforum der smartOPTIMO GmbH & Co. KG am 6. November 2018 in Münster (Bild: Gerhard Großjohann).

Verbraucher versus Energieversorger – ein gemeinsames Ziel ?!

Udo Sieverding, Bereichsleiter Energie der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen e.V., hat beim Netz- und Vertriebsforum der smartOPTIMO GmbH & Co. KG in Münster kritische Anmerkungen zum bevorstehenden Rollout intelligenter Messsysteme gemacht und Forderungen zum Schutz von Verbraucherinteressen formuliert. Hier dier Botschaften im O-Ton:

  • »Der Zeitplan für den Rollout intelligenter Messsysteme muss aktualisiert werden. Der Einbau sollte sowohl in allen optionalen Fällen als auch in allen verpflichtenden Fällen, bei denen ein Start erst nach 2017 vorgesehen war, frühestens respektive ein bzw. drei Jahre nach der Zertifizierung durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) erfolgen.
  • Eine bundesweite Informationskampagne ist unverzichtbar und so schnell wie möglich – aber spätestens noch vor Beginn des Rollouts intelligenter Messsysteme – durchzuführen.
  • Eine regelmäßig aktualisierte Übersicht der grundzuständigen und insbesondere der wettbewerblichen Messstellenbetreiber (etwa ähnlich der vorhandenen Vergleichsportale für Energieversorger) sind zur Information von Verbraucherinnen und Verbrauchern unabdingbar.
  • Smart Meter Gateways der ersten Generation, die nicht alle Anforderungen der technischen Richtlinie erfüllen, dürfen bei Verbraucherinnen und Verbrauchern in Deutschland nicht verbaut werden, soweit die Preise für den Messstellenbetrieb nicht entsprechend nach unten angepasst werden.
  • Die vertragliche Situation zwischen Energieversorger und Messstellenbetreiber muss dringend einheitlicher und für Verbraucher transparenter werden. Durch unterschiedliche Vorgehensweisen bei der Abrechnung des Messstellenbetriebs kommt es zu Verwirrung unter Verbraucherinnen und Verbrauchern und einer möglichen doppelten Berechnung des Entgelts.
  • Aufgrund der finanziellen Belastung durch den Umbau des Zählerkastens sollte in definierten (Härte-)Fällen – sowohl für intelligente Messsysteme als auch für moderne Messeinrichtungen – der Einbau von mME und iMSys ausgesetzt werden.
  • Die vertragliche Situation zwischen Energieversorger und Messstellenbetreiber muss dringend einheitlicher und für Verbraucher transparenter werden. Durch unterschiedliche Vorgehensweisen bei der Abrechnung des Messstellenbetriebs kommt es zu Verwirrung unter Verbraucherinnen und Verbrauchern und einer möglichen doppelten Berechnungen des Entgelts.
  • Aufgrund der finanziellen Belastung durch den Umbau des Zählerkastens sollte in definierten (Härte-)Fällen – sowohl für intelligente Messsysteme als auch für moderne Messeinrichtungen – der Einbau von mME und iMSys ausgesetzt werden.

Hürden auf dem Weg in eine digitale Energieverbraucherwelt

  • Kunden über etwas zu informieren / von etwas zu überzeugen, das neu und mit begrenztem Nutzen (für die Kunden), dafür mit Nachteilen und Problemen behaftet ist, ist eine große Herausforderung.
  • Mit guter Kommunikation, Datenschutz und Datensicherheit werden die digitalen Produkte durch ihren Nutzen überzeugen.
  • Es muss selbstverständlich sein, Vorschriften einzuhalten und Prozesse einfach, transparent und sicher umzusetzen.
  • Smart Meter-Einführung mit der Brechstange ist leider kein gutes Beispiel und eine große Herausforderung für Unternehmen und Kunden.«

Udo Sieverding
Bereichsleiter Enrgie
Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen e.V.
Mintropstraße 27
40215 Düsseldorf
Tel: 02 11 / 38 09 – 0
@UdoSiev
udo.sieverding@verbraucherzentrale.nrw
www.verbraucherzentrale.nrw

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