Home > Company News > Offizieller Spatenstich für grüne Wasserstofferzeugung in Wunsiedel

Offizieller Spatenstich für grüne Wasserstofferzeugung in Wunsiedel

Wasserstofferzeugung
Virtuelle Ansicht der Anlage zur Wasserstofferzeugung in Wunsiedel, die im Sommer 2022 feriggestellt sein soll. Mit dem offiziellen Spatenstich beginnen die Bauarbeiten. (Bild: Siemens)

Ministerpräsident Söder gibt Startsignal für ein Leuchtturmprojekt der Wasserstofferzeugung in Deutschland

Startschuss für eines der größten Projekte grüner Wasserstofferzeugung in Deutschland: Mit dem offiziellen Spatenstich in Wunsiedel begannen die Bauarbeiten für eine Wasserstofferzeugungsanlage mit einer Anschlussleistung von 8,75 Megawatt. Pro Jahr können dort bis zu 1.350 Tonnen des Gases ausschließlich mit regenerativer Energie zum Beispiel aus Photovoltaik oder Windkraft hergestellt werden. Durch den Einsatz dieses Wasserstoffs in Verkehr und Industrie können jährlich bis zu 13.500 Tonnen CO2 vermieden werden. Siemens Smart Infrastructure errichtet als Generalunternehmer die Gesamtanlage, und Siemens Financial Services (SFS) beteiligt sich an der Eigenkapitalfinanzierung sowie mit einem Anteil von 45 % an der Betreibergesellschaft WUN H2 GmbH. Der Elektrolyseur wird von Siemens Energy geliefert. Gemeinsam mit Bayerns Ministerpräsident Dr. Markus Söder, den beiden Staatsministern Hubert Aiwanger, Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, sowie Thorsten Glauber, Umwelt und Verbraucherschutz, nahmen Siemens Finanzvorstand Prof. Dr. Ralf P. Thomas, WUN H2-Geschäftsführer Dr. Philipp Matthes und Dr. Thilo Rießner sowie Bürgermeister Nicolas Lahovnik, Stadtwerkechef Marco Krasser und Siemens-Projektleiter Andreas Schmuderer mit dem ersten Spatenstich die Bauarbeiten für das deutschlandweite Vorzeigeprojekt zur Wasserstogfferzeugung auf.

Wasserstofferzeugung

Offizieller Spatenstich für die Wasserstofferzeugung in Wunsiedel: (von links) Staatsminister Thorsten Glauber, Dr. Thilo Rießner, Staatsminister Hubert Aiwanger, Bürgermeister Nicolas Lahovnik, Ministerpräsident Dr. Markus Söder, Siemens-Finanzvorstand Prof. Dr. Ralf Thomas, Stadtwerkechef Marco Krasser, Dr. Philipp Matthes und Siemens-Projektleiter Andreas Schmuderer. (Bild: Siemens)

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger sagte beim Spatenstich: „Das Projekt WUN H2 leistet einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Bayerischen Wasserstoffstrategie. Grüner Wasserstoff `made in Bavaria´ demonstriert die heimische Technologiekompetenz und steigert die Akzeptanz durch Wertschöpfung vor Ort.“ Umweltminister Thorsten Glauber sagte dazu: „Wasserstoff ist eine Schlüsseltechnologie auf dem Weg in eine klimaneutrale Zukunft. Die Energiewende gelingt nur mit vielen innovativen Ansätzen wie dem Wunsiedler Weg.“

Nach einer aktuellen OECD-Analyse wird der globale Energiebedarf bis 2050 um schätzungsweise 80 % zulegen. Um dieser Nachfrage gerecht zu werden und dabei die Herausforderungen des Klimawandels zu bewältigen, sind massive Investitionen in die Erzeugung sauberer Energie, die Stromverteilung und die Digitalisierung notwendig. Hierzu müssen alle Energie nutzenden Sektoren, wie zum Beispiel der Verkehrs- oder der Industriebereich, ihre Dekarbonisierung vorantreiben.

Vernetzte Infrastruktur hat Modellcharakter

Die Anlage wird am Energiepark Wunsiedel errichtet und dort mit dem bereits vorhandenen Batteriespeicher von Siemens und benachbarten Industriebetrieben vernetzt. Diese können zum Beispiel Abwärme oder den bei der Elektrolyse abgespaltenen Sauerstoff nutzen. Diese vernetzte Infrastruktur hat Modellcharakter für ganz Deutschland.

Wasserstofferzeugung„Der Umbau unserer Energieversorgung auf neue, klimaneutrale Energieträger ist eine der Hauptaufgaben der Energiewende. Wasserstoff nimmt dabei eine wichtige Schlüsselrolle ein“, sagte Siemens-Finanzvorstand Prof. Dr. Ralf P. Thomas (Bild) beim Spatenstich. „Insofern ist Wunsiedel mit seinem bereits bestehenden dezentralen Energiesystem und dem Einsatz digitaler Technik ein Leuchtturmprojekt der nachhaltigen Energiezukunft.“ Für Siemens rücken Digitalisierung und Nachhaltigkeit zunehmend in den Mittelpunkt der geschäftlichen Aktivitäten. So hatte der Münchner Konzern im Rahmen einer Veranstaltung für Investoren sein neues Rahmenwerk „Degree“ für nachhaltiges Engagement in Umwelt, Sozialem und Unternehmensführung vorgestellt.

„Konzept ist skalierbar“

Für das Projekt zur Wasserstofferzeuigung in Wunsiedel übernimmt die SFS, der Finanzarm von Siemens, die kommerzielle Projektentwicklung und die Strukturierung der Finanzierung. Neben SFS mit 45 %, sind Rießner Gase GmbH mit ebenfalls 45 %  und die Stadtwerke Wunsiedel (SWW) mit 10 % weitere Anteilseigner an der WUN H2. Gleichzeitig konnte SFS eine regresslose Projektfinanzierung, das heißt ohne Rückhaftung der Gesellschafter, mit der Umweltbank als externem Kreditgeber umsetzen, um so die Finanzierung des Projekts zu sichern. „WUN H2 ist ein Pilotprojekt in Deutschland, das innovative Technologie in der Praxis demonstriert und letztlich die Machbarkeit einer industriellen Produktion von grünem Wasserstoff belegt. Unser Konzept ist skalierbar und kann leicht auf andere Standorte übertragen werden. Wenn jede Stadt ihre eigene H2-Anlage hätte, wären wir in Sachen Energiewende schon ein ganzes Stück weiter“, sagte Dr. Philipp Matthes, Geschäftsführer der WUN H2 GmbH.

Wenn Wasserstoff durch Elektrolyse von Wasser hergestellt wird und für diesen Prozess ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energien zum Einsatz kommt, spricht man von „grünem“, also CO2-freien Wasserstoff. In Wunsiedel kommt der modernste Elektrolyseur von Siemens Energy zum Einsatz. „Grüner Wasserstoff spielt vor allem bei der Dekarbonisierung in der Industrie und im Verkehrssektor eine entscheidende Rolle“, sagte Dr. Christian Bruch, Vorstandsvorsitzender der Siemens Energy AG. „Mit unserer neuesten Generation von Elektrolyseuren setzen wir die Kommerzialisierung dieser Technologie fort. Die Anlage liefert grünen Wasserstoff aus Erneuerbaren Energien und verwertet außerdem vollständig die entstehenden Nebenprodukte Sauerstoff und Abwärme.“

WUN H2 versorgt Nordbayern, Thüringen und angrenzende Regionen Tschechiens mit Wasserstoff

Der Wasserstoff wird für die lokale Distribution über LKW-Trailer an lokale und regionale Endkunden, im Wesentlichen in den Regionen Oberfranken, Oberpfalz, Thüringen und Sachsen sowie Westböhmen (Tschechische Republik), geliefert. Die Anlage hilft überdies, Netzengpässe zu entschärfen sowie Flexibilität für das Stromnetz bereit zu stellen. Durch eine am selben Standort später optionale Erweiterung mit einer öffentlichen Wasserstofftankstelle für LKW und Busse, kann ein Angebot für CO2-freien Schwerlastverkehr und den ÖPNV geschaffen werden.

„Mit unserem Wunsiedler Weg sind wir bereits klimaneutral aufgestellt. Die Wasserstofftechnologie wird Wunsiedel als Modellstadt der Energiezukunft weit über die Region, ja Bayern hinaus positionieren“, sagte Bürgermeister Nicolas Lahovnik. „Damit schaffen wir neue und nachhaltige Formen der Energienutzung für unsere Bürger.“

Die neue Anlage zur Wasserstofferzeugung soll im Sommer 2022 in Betrieb gehen.

Siehe auch:
> Grüner Wasserstoff „made in Wunsiedel“ spart 98 Prozent CO2 ein
> Wasserstofferzeugung: Siemens baut große Anlage in Wunsiedel
> Netzstabilität unter Beweis gestellt: Wie das deutsche Stromnetz durch den Fast-Blackout kam

Siemens Smart Infrastructure (SI) …
… gestaltet den Markt für intelligente, anpassungsfähige Infrastruktur für heute und für die Zukunft. SI zielt auf die drängenden Herausforderungen der Urbanisierung und des Klimawandels durch die Verbindung von Energiesystemen, Gebäuden und Wirtschaftsbereichen. Siemens Smart Infrastructure bietet Kunden ein umfassendes, durchgängiges Portfolio aus einer Hand – mit Produkten, Systemen, Lösungen und Services vom Punkt der Erzeugung bis zur Nutzung der Energie. Mit einem zunehmend digitalisierten Ökosystem hilft SI seinen Kunden im Wettbewerb erfolgreich zu sein und der Gesellschaft, sich weiterzuentwickeln – und leistet dabei einen Beitrag zum Schutz unseres Planeten: SI creates environments that care. Der Hauptsitz von Siemens Smart Infrastructure befindet sich in Zug in der Schweiz. Zum 30.09.2020 hatte das Geschäft weltweit rund 69.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Siemens Financial Services (SFS) …
… ist als Finanzarm von Siemens Anbieter von Finanzierungslösungen für Firmenkunden. Eine außergewöhnliche Kombination aus Finanzexpertise, Risikomanagement und Branchen-Know-how ermöglicht SFS maßgeschneiderte innovative Finanzierungslösungen anzubieten. SFS fördert damit Wachstum, schafft Mehrwert, erhöht die Wettbewerbsfähigkeit und eröffnet Kunden den Weg zu neuen Technologien. Mit Equipment- und Technologie-Finanzierungen, Leasing, Unternehmensfinanzierungen, Eigenkapitalinvestments, sowie mit projektbezogenen und strukturierten Finanzierungen unterstützt SFS ihre Kunden bei Investitionsvorhaben. Trade and Receivables Finance Lösungen runden das SFS-Portfolio ab. In einem internationalen Netzwerk bietet SFS weltweit Finanzierungslösungen an, die länderspezifische rechtliche Anforderungen erfüllen. Innerhalb von Siemens ist SFS Fachberater für Finanzrisiken. Der Hauptsitz von Siemens Financial Services befindet sich in München. Das Unternehmen beschäftigt weltweit etwa 2.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. www.siemens.com/finance

Die Siemens AG (Berlin und München) …
… ist ein Technologieunternehmen mit Fokus auf die Felder Industrie, Infrastruktur, Mobilität und Gesundheit. Ressourceneffiziente Fabriken, widerstandsfähige Lieferketten, intelligente Gebäude und Stromnetze, emissionsarme und komfortable Züge und eine fortschrittliche Gesundheitsversorgung – das Unternehmen unterstützt seine Kunden mit Technologien, die ihnen konkreten Nutzen bieten. Durch die Kombination der realen und der digitalen Welten befähigt Siemens seine Kunden, ihre Industrien und Märkte zu transformieren und verbessert damit den Alltag für Milliarden von Menschen. Siemens ist mehrheitlicher Eigentümer des börsennotierten Unternehmens Siemens Healthineers – einem weltweit führenden Anbieter von Medizintechnik, der die Zukunft der Gesundheitsversorgung gestaltet. Darüber hinaus hält Siemens eine Minderheitsbeteiligung an der börsengelisteten Siemens Energy, einem der weltweit führenden Unternehmen in der Energieübertragung und -erzeugung. Im Geschäftsjahr 2020, das am 30. September 2020 endete, erzielte der Siemens-Konzern einen Umsatz von 55,3 Mrd. Euro und einen Gewinn nach Steuern von 4,2 Mrd. Euro. Zum 30.09.2020 hatte das Unternehmen weltweit rund 293.000 Beschäftigte.
www.siemens.com

Das könnte Sie auch interessieren
Katalysatoren für Brennstoffzellen
Fraunhofer IAP entwickelt neue Katalysatoren für Brennstoffzellen
Bruttostromverbrauch
Bruttostromverbrauch: Erneuerbare Energien decken in den ersten drei Quartalen 2021 nur 43 %
Wärmemarkt
Studie: Wärmemarkt lässt sich ohne Wasserstoff nicht rasch und bezahlbar dekarbonisieren
Windenergie und Wasserstoff
Windenergie und Wasserstoff in Nordfriesland zu regionalem Energiesystem verbunden