Home > Company News > Stadtwerke Bielefeld starten Bezugs-und Vermarktungsplattform für Regionalstrom

Stadtwerke Bielefeld starten Bezugs-und Vermarktungsplattform für Regionalstrom

Regionalstrom

Startseite der Regionalstrom-Vermarktungsplattform „vonhierwechStrom". (Bild: Screenshot)

„vonhierwechStrom“ – ein Regionalstrom-Angebot für Ostwestfalen-Lippe

Menschen, die außerhalb Ostwestfalen- Lippes aufgewachsen sind und leben, könnten beim Namen „vonhierwechstrom“ Verständnisprobleme haben. Menschen der Region aber wissen auf Anhieb, was sich hinter dem neuen gemeinsamen Angebot der Stadtwerke Bielefeld und der Stadtwerke Gütersloh verbirgt: Regionalstrom, das heißt, Strom der in regenerativen Anlagen erzeugt wird, die maximal 50 km vom Verbraucher entfernt liegen.

„Energieerzeuger und Verbraucher zusammenbringen“

Dabei ist die gleichnamige Internetplattform mehr als ein klassischer Online-Shop. Auf dem neuen Portal können die Kunden selbst bestimmen, aus welchen Windkraft-, Fotovoltaik-oder Biogasanlagen der Strom kommen soll. Auch Anlagenbetreiber in der Region Ostwestfalen-Lippe sollen die Plattform zur Vermarktung ihres Stroms nutzen können. Mit dem lokalen Strommarktplatz wollen die Stadtwerke Bielefeld den Ausbau regenerativer Anlagen aktiv fördern. „Regionalität endet nicht an den Stadtgrenzen“, sagte Holger Mengedodt, Bereichsleiter Markt und Kunde bei den Stadtwerken Bielefeld, gegenüber der regionalen Tageszeitung „Neue Westfälische. „Wir wollen sowohl Energieerzeuger als auch Verbraucher in Bielefeld und außerhalb auf der Stromplattform zusammenbringen.“

Der Stromanteil, der für den Strommix der Kunden nicht durch lokale Anlagen gedeckt werden kann, wird durch die Stadtwerke Bielefeld am Markt hinzugekauft. Aber auch hierbei handele es sich zu 100 % um Ökostrom. Kunden können die monatliche CO₂-Einsparung einsehen. Die Einsparung bezieht sich auf einen Durchschnittsverbrauch von 3500 kWh. Der Vergleichswert ist der deutsche Standard-Strommix.

Was ist Regionalstrom?

Vereinfacht gesagt, kann man von Regionalstrom sprechen, wenn die verkauften erneuerbaren Energien nachweislich maximal 50 km vom Verbraucher entfernt produziert wurden. Dies ist im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) geregelt.

Im Rahmen der EEG Novelle 2017 wurde eine neue Möglichkeit der „regionalen Grünstromkennzeichnung“ geschaffen, indem so genannte Regionalnachweise für Strom aus erneuerbaren Energien eingeführt wurden. Die regionale Kennzeichnung* dient dazu, dem Verbraucher gegenüber auszuweisen, welcher Anteil seines Stroms aus erneuerbaren Energie-Anlagen in seiner Region kommt. Daher wird die „Region“ immer aus der Sicht des Verbrauchers bestimmt. Maßgeblich für die Bestimmung der Region ist ein Umkreis vom 50 km vom jeweiligen PLZ- oder Gemeindegebiet des Endverbrauchers.

Ziel ist es, den direkten Bezug zwischen Anlagenbetreibern und Verbrauchern herzustellen und damit die Akzeptanz für die Energiewende zu stärken sowie die lokale Wertschöpfung zu steigern. Darüber hinaus können durch die möglichst räumlich begrenzte Nutzung von regional erzeugter erneuerbarer Energie in Zukunft auch Netze entlastet, Übertragungsverluste minimiert und Transparenz zur Stromherkunft geschaffen werden.

* Für den Tarif „vonhierwechStrom“ existiert aktuell noch keine Stromkennzeichnungsmöglichkeit nach den gesetzlichen Vorgaben. Ursache dafür ist laut den Stadtwerken Bielefeld, dass derzeit noch der Energieträgermix 2019 ausgewiesen wird.

www.vonhierwechstrom.de
www.stadtwerke-bielefeld.de

Das könnte Sie auch interessieren
Concrete Chemicals
Konsortium startet Projekt „Concrete Chemicals” zur Verringerung des CO2-Fußabdrucks der Zementindustrie mittels grünem Wasserstoff
eWayBW
Im Pilotprojekt eWayBW Teststrecke für Hybrid-Oberleitungs-Lkw in Betrieb genommen
flexible Tarife
Zwei Drittel der Deutschen sind offen für flexible Tarife
Post-EEG
Post-EEG-Lösungen: Attraktive Weiterbetriebsoptionen für Betreiber von Windenergie-Anlagen aus einer Hand von MVV, Juwi, Windwärts und VSB