Der Mann hinter smartOPTIMO
Vom leeren Büro zum etablierten Smart-Metering-Dienstleister: Dr. Fritz Wengeler hat smartOPTIMO seit der Gründung geprägt. Das Porträt zeigt einen Geschäftsführer, der strategischen Ehrgeiz mit Bodenständigkeit verbindet. Und der auch nach Erfolgen vor allem eine Frage im Blick behält: Was muss heute geschehen, damit das Unternehmen morgen noch erfolgreich ist?
Wenn beide Eltern aus dem Bergbau stammen, liegt es nahe, dass dem Filius eine Nähe zur Energiewirtschaft in die Wiege gelegt wurde. Tatsächlich hatte der 1972 geborene Fritz Wengeler seinen Leitstern schon gefunden, als er Anfang der 1990er Jahre darüber nachdachte, was er nach dem Abitur studieren könnte: Die Liberalisierung der Energiewirtschaft hatte es ihm angetan! In jenen Jahren begann sich die Branche grundlegend zu verändern, zunächst in den USA, später in Europa und ab 1998 auch in Deutschland. „Mich hat fasziniert, dass Versorgungsunternehmen künftig um Kunden wetteifern sollten, dass ein echter Energiemarkt entstehen würde, mit völlig neuen Regeln und Prozessen.“ Klar war auch, dass es mit einem reinen Technikstudium nicht getan sein würde, sondern dass man sich für diesen beruflichen Sektor wissensmäßig breit aufstellen musste. Und so zieren heute drei akademische Titel die Visitenkarte von Fritz Wengeler: Dr. rer. pol., Dipl.-Ing. und Dipl.-Wirtschafts-Ing. Schmunzelnd kommentiert er: „Ich war immer schon ein klammerbildender Typ.“
Gutes Gespür bei der Einstellung
Dass er 2009 als Geschäftsführer bei einer neu gegründeten Firma namens smartOPTIMO landen würde – einem Kunstnamen aus den Begriffen „Smart Meter“ und „optimal“ –, war zu Beginn seiner beruflichen Laufbahn natürlich nicht im Ansatz abzusehen. Dass diese Firma sich allen Unsicherheiten und Fährnissen im Energiemarkt zum Trotz prächtig entwickeln und eine Erfolgsgeschichte schreiben würde, war anfangs auch schwer vorstellbar. Aber es fügte sich folgerichtig alles zum Guten. Die Gründungsgesellschafter von smartOPTIMO, die Stadtwerke Münster und Osnabrück, hatten bei Wengelers Einstellung ein gutes Gespür: Mit seinen vorangegangenen beruflichen Stationen als Consultant beim Beratungshaus Accenture und Leiter Dienstleistungen bei der rhenag Rheinische Energie AG sowie seiner breiten Wissensbasis schien er die Idealbesetzung zu sein.
Das Kalkül ging auf, Weitsicht, Risikobereitschaft und Mut zahlten sich aus: smartOPTIMO ist heute im deutschen Markt unter den Dienstleistern für intelligentes Messwesen und Gateway Administration ein Schwergewicht: 2026 zählt das in Osnabrück ansässige Unternehmen rund 75 Kunden, 195 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie rund 30 Mio. Euro Umsatz. Hierzu sei angemerkt, dass wenige Monate nach Gründung von smartOPTIMO die Zählerabteilungen der Stadtwerke Münster und Osnabrück auf das neue Unternehmen verschmolzen wurden. Heute hat das Unternehmen eine sechsstellige Anzahl intelligenter Messsysteme produktiv installiert. Mit seinem breiten Kundenstamm in ganz Deutschland bezeichnet sich smartOPTIMO hierzulande als Nummer zwei unter den kommunal verankerten Smart-Metering-Dienstleistern.
Von der One-Man-Show zum erfolgreichen Mittelständler
Dr. Fritz Wengeler hat den ersten Diensttag bei seinem neuen Arbeitgeber nicht vergessen: Er fand ein mit Schreibtisch, Stuhl und PC ausgestattetes, aber ansonsten leeres Büro vor. Weder war der PC eingerichtet und vernetzt, noch gab es einen Drucker oder Papierkorb. Als Mitarbeiter Nummer eins im neuen Unternehmen musste er alles selbst organisieren. „Heute werden neue Mitarbeitende bei uns anders empfangen“, beeilt sich Wengeler augenzwinkernd zu versichern. Die Anekdote steht im krassen Gegensatz zum heutigen Erscheinungsbild von smartOPTIMO, eines von A bis Z professionell strukturierten und organisierten, mittelständischen Unternehmens – und wirft ein Schlaglicht darauf, dass Dr. Fritz Wengeler als Kapitän auf dem zunächst kaum seetüchtigen Schiff offenbar vieles richtig gemacht hat. Er sagt dazu nur: „Ich bin ein von Grund auf optimistischer Mensch und habe immer daran geglaubt, dass es klappen würde.“
Was zeichnet ihn als Chef aus? Wer Wengeler kennt, schätzt seine Nahbarkeit. Zwar wurde er im Saarland geboren, wuchs aber in Hattingen auf und ist Ruhrgebietsmensch durch und durch. Bodenständigkeit, Offenheit, optimistische Grundeinstellung und eine direkte Art gelten als typische Eigenschaften der Bewohner dieser Region. Auf Wengeler trifft dies 1:1 zu. „Menschen aus dem Ruhrgebiet sind es gewohnt, anzupacken und gemeinsam Lösungen zu finden“, sagt er. Dünkel sind ihm komplett fremd. Mühelos bewegt er sich zwischen den betrieblichen Welten, diskutiert etwa Strategien mit Geschäftsführern großer Stadtwerke auf höchster Ebene – und steht beim Betriebsfest ebenso selbstverständlich mit den Monteuren am Grill und Bier in der Hand.
Rastlos und hartnäckig den Erfolg von morgen im Blick
Wer daraus folgert, Wengeler sei ein Laissez-faire-Typ, liegt falsch. Der smartOPTIMO-Boss kann nach Erfolgen zwar auch mal zufrieden und stolz sein – aber niemals lange. Stillstand kommt für ihn nicht infrage. Wengeler beschreibt sich in gewisser Weise als „rastlos“. Ständig stelle er sich die Frage: „Was kann ich heute tun, damit wir morgen weiterhin erfolgreich sind? Stets über die nächsten Schritte nachzudenken und zukünftige Meilensteine strategisch zu planen, ist unerlässlich für nachhaltigen Erfolg.“ Diese zukunftsorientierte Denkweise fordert Wengeler insbesondere von seinen Führungskräften hartnäckig ein.
Typisch auch seine Haltung im Umgang mit Fehlern. „Fehler darf jeder machen“, sagt Wengeler, „denn wir sind Menschen und keine Roboter. Wichtig ist mir nur, dass wir daraus lernen und einen Fehler nicht zweimal machen – indem wir Strukturen schaffen, die dies systematisch verhindern.“
Wer Verantwortung trägt, steht unter Druck – von innen wie von außen. An seinen früheren Karrierestationen habe er im Zweifel seine Chefs fragen können. Heute werde von ihm als Verantwortlichen erwartet, dass er Lösungen liefert. In Stresssituationen sei es entscheidend, Ruhe zu bewahren und gemeinsam mit dem Führungsteam Lösungen zu entwickeln. Führung sei niemals eine Einzelleistung. Heute helfe ihm der inzwischen umfangreiche Erfahrungsschatz. Die Gelassenheit habe er sich antrainiert. „Probleme und Herausforderungen gehören nun einmal zum Alltag eines Geschäftsführers.“
Bereichernde Aufgabenvielfalt
Stichwort Arbeitsalltag: Dieser sei von Vielseitigkeit und ständigem Szenenwechsel geprägt. So unterschiedliche Themen wie Wirtschaftsplanung, Strategiediskussionen, Preisverhandlungen mit Kunden, Lieferantengespräche, Personalfragen oder Pressearbeit wechselten sich oft im Stundentakt ab. „Man braucht eine schnelle Auffassungsgabe, um diesen Switch hinzukriegen“, weiß Wengeler. Doch gerade diese Bandbreite empfinde er als Bereicherung. Sein interdisziplinärer Ausbildungshintergrund helfe ihm dabei, sich schnell zu orientieren, zu verstehen und entscheiden zu können.
Am schönsten sei es natürlich, Erfolge, positive Entwicklungen und Fortschritte zu verhandeln. Unangenehmer seien Termine, wo beim Gegenüber – etwa Kunden oder Gesellschaftern – eine gewisse Erwartungshaltung bestehe. Wünsche nach günstigeren Preisen oder höheren Renditen etwa kollidierten schon mal mit technischen Restriktionen oder regulatorischen Anforderungen, die kostentreibend wirken.
Dass smartOPTIMO trotz solcher Zielkonflikte erfolgreich ist, hängt maßgeblich damit zusammen, dass der Dienstleister die richtigen strategischen und prozessualen Entscheidungen trifft. Ein maßgeblicher Schritt beispielsweise sei vor drei Jahren der Umstieg auf die Gateway-Administrationssoftware von Robotron gewesen. „Seitdem rollt bei uns der Rollout intelligenter Messsysteme“, freut sich Wengeler.
Partnerschaftlicher Ansatz kommt im Markt an
Der Erfolg und die hohen Akzeptanzwerte basierten aber auch auf dem Partnerschaftsprinzip und der Art und Weise, wie smartOPTIMO auf die Kunden zugehe. Wengeler: „Unser Ansatz ist, die Eigenständigkeit von Stadtwerken zu stärken, indem wir bei komplexen und kostspieligen Herausforderungen wie GWA und künftig der Steuerung von Erzeugungs- und Verbrauchsanlagen kooperative Lösungen und Skalierungseffekte ermöglichen. Wir tun dies aber nicht, indem wir einfach eine IT-Lösung mitsamt Dokumentation hinstellen und sagen: Nun macht mal! Das würde nicht funktionieren. Vielmehr begleiten wir unsere Kunden partnerschaftlich und intensiv auf allen Ebenen: technisch, prozessual, strategisch. So führen wir etwa regelmäßig diverse Info-Veranstaltungen durch, in denen wir gesetzliche Vorgaben, Prozesse und Lösungen besprechen und unsere Kunden beraten. Wir sind Dienstleister und keine Behörde. Nicht Technik um ihrer selbst willen, sondern Lösungen für Kunden stehen bei uns im Mittelpunkt.“ Angesichts der in der Vergangenheit oft volatilen Rahmenbedingungen kommt diese zugewandte Art der Zusammenarbeit im Markt sehr gut an. Wengeler: „Stadtwerke wünschen sich einen Partner, der versteht, worum es in der Sache geht, und der die DNA der Branche kennt.“
Vom Lieferanten zum Lösungsanbieter
Für die Zukunft wünscht sich Dr. Fritz Wengeler von der Politik bei der Gestaltung des gesetzlichen Rahmens mehr Verlässlichkeit und Kontinuität. Die Branche sieht er weiterhin im Wandel. „Energieversorger werden sich zunehmend vom klassischen Lieferanten zum umfassenden Lösungsanbieter entwickeln müssen. Intelligente Messsysteme, digitale Prozesse sowie die Integration des Managements von Strom, Gas, Wasser und Wärme werden das Bild der Branche nachhaltig verändern.“
Es sind letztlich Menschen, die unsere Zukunft gestalten. Menschen wie Dr. Fritz Wengeler, Geschäftsführer der smartOPTIMO GmbH & Co. KG. Mit einem Mix u.a. aus strategischem Weitblick, Gestaltungswillen und Bodenständigkeit steuert er sein Schiff als Kapitän und leistet so einen Beitrag für eine auch künftig funktionierende Energieversorgung – und damit für eine lebenswerte Zukunft. Man darf ihm vertrauen.
„Dr. Wengeler, Geschäftsführer der smartOPTIMO GmbH, erlebe ich als äußerst zuverlässigen und wertschätzenden Partner, der den Austausch stets auf Augenhöhe führt. Mit klaren Visionen und einem konsequenten Blick auf die Umsetzung treibt er Digitalisierungsprojekte im Messwesen voran und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Energiewende. Seine Beständigkeit, seine sehr gute Vernetzung und seine ausgeprägte Zielorientierung machen ihn zu einem wichtigen Impulsgeber für die erfolgreiche Weiterentwicklung gemeinsamer Projekte.“
Dipl.-Ing Volker Neumann
Ressortvorstand
ENERVIE – Südwestfalen Energie und Wasser AG, Hagen
Bild: © Enervie




