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67 % Bonus-Tarife und steigende Neukundenboni: Wie sich die Tarifwahl von Gewerbekunden verändert

Die aktuelle Wechslerstudie zeigt darüber hinaus Veränderungen bei den Anbieterpräferenzen. Grundversorger konnten im eigenen Versorgungsgebiet ihre Kundenverluste im zweiten Halbjahr 2025 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund zwei Prozentpunkte reduzieren.
Die aktuelle Wechslerstudie zeigt darüber hinaus Veränderungen bei den Anbieterpräferenzen. Grundversorger konnten im eigenen Versorgungsgebiet ihre Kundenverluste im zweiten Halbjahr 2025 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund zwei Prozentpunkte reduzieren. (Bild: © Evgen/AdobeStock)

Gewerbekunden im Fokus: Wie sich Anbieterpräferenzen und Tarifwahl im Energiemarkt verändern

Rund zwei Drittel aller Gewerbestromtarife wurden im zweiten Halbjahr 2025 mit Bonus abgeschlossen – ein Anstieg um rund acht Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig ist der Anteil von Neukundenboni von 47 % auf 59 % gestiegen. Boni sind damit ein zentrales Steuerungsinstrument im Wettbewerb um Gewerbekunden.

Auch bei der Erstvertragslaufzeit sowie der Wahl von Tarifen mit unterschiedlichen Preisgarantien zeigen sich Veränderungen gegenüber dem Vorjahr. Diese Entwicklungen verdeutlichen: Das Wechselverhalten von Gewerbekunden verändert sich – und unterscheidet sich teilweise deutlich vom Privatkundensegment.

Ein Blick in die aktuelle Wechslerstudie Energie zum zweiten Halbjahr 2025 von Kreutzer Consulting und Verivox macht diese Dynamiken transparent und zeigt unter anderem, wie sich Anbieterpräferenzen und Tarifentscheidungen im Gewerbesegment verschieben.

Strom Gewerbe: Nutzung unterschiedlicher Boni, 2024/25

Neben der steigenden Relevanz von Boni zeigt sich auch bei deren Ausgestaltung eine Verschiebung. Vor allem im Bereich zwischen 200 und 400 € ist ein deutlicher Zuwachs zu beobachten. Demgegenüber bleiben Sofort- und Abschlagsboni mit rund 36 % bzw. 6 % auf einem stabilen Niveau.

Für den Vertrieb bedeutet das: Preis bleibt ein zentrales Entscheidungskriterium – wird aber zunehmend über Bonusmechaniken gesteuert. Gerade im Gewerbekundensegment, in dem Vertragsvolumina und Margenstrukturen eine größere Rolle spielen, gewinnt die Ausgestaltung solcher Anreize weiter an strategischer Bedeutung.

Verschiebungen zwischen Grundversorgern und Wettbewerbern

Die aktuelle Wechslerstudie zeigt darüber hinaus Veränderungen bei den Anbieterpräferenzen. Grundversorger konnten im eigenen Versorgungsgebiet ihre Kundenverluste im zweiten Halbjahr 2025 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund zwei Prozentpunkte reduzieren. Überregional vertrieblich aktive Grundversorgung haben mit rund 27 % jedoch deutlich mehr Kunden verloren als im zweiten Halbjahr 2024.

Auf der Neukundenseite ergibt sich ein differenzierteres Bild: Hier konnten Grundversorger ihren Anteil im zweiten Halbjahr 2025 leicht steigern und über die Hälfte der Strom-Gewerbewechsler für sich gewinnen. Im Gegenzug verzeichneten Wettbewerber einen Rückgang.

Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass sich die Wettbewerbssituation im Gewerbekundensegment weiter ausdifferenziert. Während Wettbewerber lange Zeit als klare Gewinner im Wechselgeschäft galten, gelingt es Grundversorgern zunehmend, ihre Position zumindest teilweise zu stabilisieren.

Neben den hier dargestellten Auszügen liefert die Wechslerstudie Energie umfassende Einblicke in das Wechselverhalten von Strom- und Gas-Gewerbekunden.

Dazu gehören unter anderem:

  • detaillierte Analysen zu Anbieterwechseln und Marktanteilen
  • differenzierte Auswertungen zu Tarifmerkmalen wie Laufzeiten, Preisgarantien oder Ökoanteilen
  • Einblicke in Kundenstrukturen und Verbrauchsprofile
  • sowie Vergleiche zwischen Gewerbe- und Privatkundensegment

Die vollständige Studie bietet somit zahlreiche Detailanalysen und konkrete Ansatzpunkte für Vertrieb und Produktgestaltung im Gewerbekundensegment.

Über die Wechslerstudie Energie

Die Wechslerstudie Energie untersucht halbjährlich auf Basis von Verivox-Wechslerdaten und ergänzenden Analysen von Kreutzer Consulting, wie sich das Wechselaufkommen im deutschen Strom- und Gasmarkt entwickelt hat. Neben dem Privatkundensegment bildet die Studie auch das Gewerbe-SLP-Segment ab. Im Haushaltskundenbereich wird, wo möglich, zwischen Erst- und Mehrfachwechslern unterschieden, um Unterschiede zwischen erfahrenen und weniger erfahrenen Wechslern abzubilden.

Im Fokus der Studie steht die Untersuchung der Struktur der Wechsler im Hinblick auf Alter, Geschlecht und Verbrauch sowie die Unterscheidung zwischen umzugsbedingten und normalen Wechseln. Zudem wird analysiert, welche Tarifbestandteile die Wechsler wählen, z.B. im Hinblick auf Ökotarife, Neukundenboni, Vertragslaufzeiten oder Preisgarantien.

Ebenso wird anhand von drei Anbieterkategorien untersucht, von welchen Versorgern die Kunden wegwechseln und bei welchen Anbietergruppen sie neue Verträge abschließen.

Das aktuelle Sonderthema beschäftigt sich mit den regionalen Unterschieden im Wechselverhalten auf Basis einstellig abgegrenzter Postleitzahlgebiete.

Die Studie kann bei Kreutzer Consulting einzeln oder im vergünstigten Abo (2 Ausgaben pro Jahr) bezogen werden.

 

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