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E-world 2026: Was dieses Jahr anders ist

Was ist neu, was bleibt? energie.blog hat die E-world energy & water unter die Lupe genommen.
Was ist neu, was bleibt? energie.blog hat die E-world energy & water unter die Lupe genommen. (Bilder: © MESSE ESSEN)

Das Wichtigste auf einen Blick:

In wenigen Tagen startet die E-world energy & water in Essen. Und sie zeigt ein anderes Gesicht als in den Jahren zuvor. Statt großer Zukunftsvisionen rücken Umsetzung, Steuerbarkeit und Risikomanagement in den Vordergrund: Netze, Flexibilität, Resilienz, Finanzierung und kommunale Umsetzung ziehen sich durch fast alle Formate. Technologien erscheinen seltener als Bühne für Innovationen und häufiger als Werkzeug, um konkrete Engpässe in den Systemen zu entschärfen. Eine zweite Verschiebung betrifft die Rolle der Kommunen: Mit dem neuen „Tag der Kommunen“ rückt die lokale Ebene sichtbar ins Zentrum der Messe und der politischen Entscheidungen zur Energiewende. Internationale Beiträge bleiben wichtig, dienen aber vor allem als Realitätsabgleich – nicht mehr als einfache Blaupause

Weniger Vision, mehr Betrieb

Die E-world 2026 ist stärker auf den laufenden Betrieb und die Umsetzung fokussiert als auf „die Innovationen von morgen“. Im Mittelpunkt stehen Steuerung, Finanzierung, Netzausbau, Systemstabilität und regulatorische Rahmenbedingungen. Also die Fragen, an denen Stadtwerke und Netzbetreiber aktuell täglich arbeiten. Die Energiewende wird auf der Messe weniger erklärt als organisiert: Prozesse, Verantwortlichkeiten und Abhängigkeiten geraten stärker in den Blick

Kommunen als Schlüsselakteure

Mit dem „Tag der Kommunen“ am 12. Februar erhält erstmals ein eigenständiges, integriertes Format für Städte, Gemeinden und kommunale Unternehmen seinen Platz.

Im Fokus stehen kommunale Wärmeplanung, IT- und Energiesicherheit, Finanzierung sowie die praktische Umsetzung vor Ort. Themen, bei denen sich strategische Entscheidungen zunehmend auf die kommunale Ebene verlagern. Kommunen sind damit nicht mehr nur adressierte Zielgruppe anderer Akteure, sondern treten als eigenständige Entscheider im Zentrum vieler Fachdebatten auf.

Internationale Perspektive ohne Hochglanz

Die internationale Perspektive bleibt ein fester Bestandteil der E-world, verliert aber ihren Charakter als Hochglanz-Schaufenster. Statt glatter Best-Practice-Erzählungen rücken Unterschiede zwischen Märkten, Regulierung und Netzausbau sowie Zielkonflikte stärker in den Vordergrund.

Europa dient damit vor allem als Vergleichs- und Korrektivrahmen: als Realitätsabgleich für eigene Strategien, weniger als eins-zu-eins übernehmbare Vorlage.

Finanzierung als Engpass und Taktgeber

Finanzierungsfragen ziehen sich auffällig durch das Programm der E-world 2026. Sie tauchen nicht isoliert auf, sondern eng verknüpft mit Netzausbau, Wärmeplanung, Flexibilität und Marktmodellen.

Diskutiert wird weniger über neue Geschäftsmodelle als über Tragfähigkeit, Risikoaufteilung und langfristige Investitionssicherheit. Wirtschaftlichkeit wird damit zur zentralen Voraussetzung für Umsetzung. Und zum verbindenden Element zwischen Technik, Regulierung und kommunaler Realität.

Flexibilität als Voraussetzung für Stabilität

Flexibilität tritt auf der E-world 2026 nicht als Einzelthema auf, sondern als grundlegende Systemanforderung. Sie wird in unterschiedlichen Kontexten verhandelt: im Netzbetrieb, in Marktmechanismen, bei der Integration erneuerbarer Erzeugung und im Zusammenspiel von Strom, Wärme und Speicherlösungen.

Der Fokus liegt dabei weniger auf einzelnen Technologien als auf dem operativen Zusammenspiel im Betrieb. Flexibilität wird damit als Voraussetzung für Stabilität und Versorgungssicherheit verstanden, nicht als optionale Ergänzung.

Wärmeplanung: Pflichtaufgabe statt Vision

Die kommunale Wärmeplanung zählt zu den prägenden Themen der E-world 2026. Sie wird nicht als eigenes Leitthema inszeniert, sondern als Querschnittsaufgabe diskutiert. Vor allem im Rahmen des Tags der Kommunen sowie in Formaten zu Gebäuden, Netzen und Finanzierung.

Im Vordergrund stehen Umsetzbarkeit, Koordination und realistische Zeitachsen, weniger technologische Einzelversprechen. Wärmeplanung erscheint damit als das, was sie inzwischen ist: eine zentrale, aber anspruchsvolle Daueraufgabe für Kommunen und Stadtwerke.

Gas: präsent, aber defensiv

Gas bleibt im Programm sichtbar, prägt die Messe aber nicht mehr als Leitmotiv. Die Beiträge verorten Gas vor allem als Übergangs- und Absicherungsthema im Strom- und Wärmesystem – etwa im Kontext von Versorgungssicherheit und Flexibilität. Ein Comeback-Narrativ oder neue Euphorie sind dagegen kaum erkennbar.

Wasserstoff: präsent, aber zurückgenommen

Auch Wasserstoff ist weiterhin Teil des Programms, tritt jedoch nicht als eigenständiges Leitmotiv auf. Statt großer Ausbaupfade oder Zukunftsversprechen erscheint Wasserstoff vor allem eingebettet in Fragen der Dekarbonisierung, der Infrastruktur und der langfristigen Systemperspektive.

Im kommunalen Kontext spielt er eher eine strategische Hintergrundrolle, während kurzfristig umsetzbare Themen wie Wärmeplanung, Netze und Finanzierung im Vordergrund stehen.

Resilienz als Grundbedingung

Resilienz ist kein Spezialthema mehr, sondern Querschnitt. Cybersicherheit, stabile Netze, robuste IT-Architekturen und Krisenfestigkeit tauchen in zahlreichen Panels und Foren auf: von kommunalen Runden bis hin zu strategischen Debatten großer Versorger.

Resilienz wird damit als Grundvoraussetzung für die Energiewende verhandelt, nicht als optionaler Zusatznutzen.

Künstliche Intelligenz: leiser und erwachsener

Künstliche Intelligenz ist 2026 sichtbar, aber deutlich weniger laut. Es gibt keinen eigenen KI-Thementag und kein zentrales KI-Forum mehr; KI taucht vor allem dort auf, wo sie konkrete Entlastung bringt: im Netz- und Anlagenbetrieb, in Prognose- und Optimierungsprozessen oder im Umgang mit Fachkräftemangel.

KI wird damit als Werkzeug verstanden, nicht als Leitmotiv – als Mittel zur Automatisierung und Effizienzsteigerung, nicht als Selbstzweck.

Neu: Halle 6 „Climate Solutions“

Mit der neuen Halle 6 bündelt die Messe unter dem Label „Climate Solutions“ zentrale Systembausteine, statt Einzellösungen nebeneinanderzustellen. Gezeigt wird die Energiewende sektorenübergreifend: von Netzen und Flexibilitätsoptionen über Wärmelösungen bis zur Gebäudeautomation und digitalen Steuerung. Der Fokus liegt auf konkreten Umsetzungswegen und Schnittstellen, nicht auf einzelnen Produkten.

E-world bleibt zentraler Branchentreff

Trotz thematischer Verschiebungen bleibt die E-world der zentrale Branchentreff der Energiewirtschaft. Hohe Buchungsstände, zusätzliche Hallen und ein dichtes Programm unterstreichen, dass an Essen als Leitmesse kaum ein Weg vorbeiführt.

Bewährte Formate wie die offenen Fachforen bleiben wichtige Orientierungspunkte, insbesondere zu Netzen, Regulierung und Systemfragen. Der Career Day am dritten Messetag rückt zusätzlich den Wandel von Berufsbildern und den steigenden Fachkräftebedarf in den Fokus.

 

E-world auf einen Blick (offizielle Broschüre)

 

 

 

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