„Resiliente Infrastrukturen – gemeinsam gestalten, souverän handeln“
Kongress für einen souveränen und resilienten öffentlichen Sektor zeigt: Zukunftsfähige digitale Infrastrukturen sind eine Gemeinschaftsaufgabe
Rund 250 Vertreterinnen und Vertreter aus Kommunen, kommunalen Unternehmen, Bundes- und Landesbehörden, Verbänden, Wissenschaft, Wirtschaft und dem Open-Source-Ökosystem sind Anfang September zur CIVI/CON 2026 in der Historischen Stadthalle Wuppertal zusammengekommen. Unter dem Leitmotiv „Resiliente Infrastrukturen – gemeinsam gestalten, souverän handeln“ diskutierten sie, wie digitale Souveränität gestärkt und resiliente öffentliche Infrastrukturen dauerhaft aufgebaut werden können.
„Die CIVI/CON zeigt, wie wichtig es ist, die Zukunft unserer öffentlichen Infrastrukturen gemeinsam zu gestalten. Dafür müssen Kommunen, kommunale Unternehmen, Länder, Bund und Wirtschaft miteinander ins Gespräch kommen und Verantwortung teilen. Dass wir dafür erneut 250 Gäste hier in Wuppertal begrüßen konnten, freut mich besonders. Die Historische Stadthalle bietet einen großartigen Rahmen für diesen Austausch – und Wuppertal zeigt, dass wichtige Debatten über digitale Souveränität und Resilienz nicht nur in Berlin geführt werden müssen.“
Markus Hilkenbach, Vorstandsvorsitzender von Civitas Connect e. V. und Vorstandsvorsitzender der WSW Wuppertaler Stadtwerke
Bereits am Vorabend hatte Civitas Connect rund 90 geladene Gäste aus Politik, Verwaltung, Kommunalwirtschaft und Verbänden zu einem gemeinsamen Auftakt empfangen. Unter anderem gaben Christian Schuchardt, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, und Ingbert Liebing, Hauptgeschäftsführer des Verbandes kommunaler Unternehmen, Impulse für die anschließenden Gespräche.
„Gerade in diesem Jahr wurde besonders deutlich, dass digitale Souveränität und Resilienz keine Themen einer einzelnen staatlichen Ebene sein können. Wenn Bund, Länder, Kommunen, kommunale Unternehmen und weitere Partner gemeinsam an Lösungen arbeiten, entstehen aus Diskussionen konkrete Handlungsoptionen und neue Kooperationen.“
Ralf Leufkes, Geschäftsleiter von Civitas Connect e. V.
Die CIVI/CON versteht sich als bundesweite Plattform für einen souveränen und resilienten öffentlichen Sektor und verbindet dabei strategische, politische und technologische Fragestellungen. Im Mittelpunkt stehen unter anderem digitale Souveränität, Open Source, Künstliche Intelligenz, Cybersicherheit, Datenräume sowie resiliente digitale und physische Infrastrukturen.
Perspektiven von Bund, Ländern und kommunaler Ebene
Das Programm der CIVI/CON 2026 spiegelte diesen ebenenübergreifenden Ansatz wider. Dirk Schrödter, Chef der Staatskanzlei des Landes Schleswig-Holstein, eröffnete das fachliche Programm mit einem politischen Impuls. Anschließend sprach Christina Decker, Ministerialdirektorin und Leiterin der Abteilung Deutschland-Stack im Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung, über souveräne Technologien und Infrastrukturen für eine moderne Daseinsvorsorge.
Wie digitale Souveränität zur Gemeinschaftsaufgabe werden kann, diskutierten anschließend Leonhard Kugler, Geschäftsführer des ZenDiS, Ina Laukötter, Landrätin des Kreises Gütersloh, Miriam Scherff, Oberbürgermeisterin der Stadt Wuppertal und Vorstandsmitglied des Städtetages NRW, sowie Elke Temme, Geschäftsführerin der Stadtwerke Bochum Holding GmbH.
Von KI und Cybersecurity bis Open Source
Neben politischen und strategischen Perspektiven legte die CIVI/CON einen starken Schwerpunkt auf konkrete Praxiserfahrungen. Beiträge beschäftigten sich unter anderem mit dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Kommunen und Stadtwerken, aktuellen Cyberbedrohungen für kritische Infrastrukturen sowie dem Management akuter IT-Krisen.
Dr. Michael Littger vom cyberintelligence.institute beleuchtete das Verhältnis von KI und Cybersicherheit. Carsten Meywirth, Leiter der Abteilung Cybercrime beim Bundeskriminalamt, ordnete die aktuelle Cyberbedrohungslage und ihre Auswirkungen auf kritische Infrastrukturen ein. Praxisnahe Ansätze für das Krisenmanagement lieferte IT-Forensiker Marek Stiefenhofer.
Ein weiterer Schwerpunkt war Open Source im öffentlichen Sektor. Isabel Drost-Fromm, Mitglied und ehemalige Vorständin der Apache Software Foundation, stellte drei Säulen einer erfolgreichen Open-Source-Strategie vor. In einem anschließenden Bühnengespräch diskutierte sie gemeinsam mit Markus Beckedahl, Andreas Linneweber und Sascha Götz, wie aus gemeinschaftlich entwickelter Software nachhaltige digitale Infrastruktur entstehen kann.
Parallel zum Bühnenprogramm beschäftigten sich Workshops mit dem Zusammenspiel Urbaner Datenplattformen und Urbaner Digitaler Zwillinge. Ein weiterer Workshop thematisierte konkrete kommunale Einsatzmöglichkeiten von CIVITAS/CORE. Anwenderinnen und Anwender aus verschiedenen Teilen Deutschlands zeigten dabei, wie offene Technologien bereits heute in unterschiedlichen kommunalen Aufgabenbereichen eingesetzt und nachgenutzt werden können.
Wuppertal erneut Treffpunkt für die digitale Daseinsvorsorge
Mit der CIVI/CON möchte Civitas Connect bewusst einen Ort schaffen, an dem nicht nur über Strategien gesprochen wird, sondern Akteure unterschiedlicher staatlicher Ebenen und Organisationen langfristig miteinander vernetzt werden. Die Historische Stadthalle Wuppertal bot dafür auch 2026 den Rahmen.
Die nächste CIVI/CON findet am 8. September 2027 erneut in der Historischen Stadthalle Wuppertal statt.
Über Civitas Connect e. V.
Civitas Connect e. V. ist ein bundesweites Netzwerk für Kommunen, Länder, kommunale Unternehmen und andere öffentliche Träger für die Entwicklung souveräner digitaler Infrastrukturen im öffentlichen Sektor. Gemeinsam mit seinen Mitgliedern und Partnern entwickelt der Verein offene Technologien, fördert den Wissenstransfer und initiiert Kooperationen für resiliente und interoperable Lösungen der öffentlichen Hand.
Redaktionskontakt
Civitas Connect e. V. und
items GmbH & Co. KG
Andreas Müller
Hafenweg 7
48155 Münster
Telefon: +49 251 20 83-1124
a.mueller@itemsnet.de



