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„Besonders erfreulich ist der weiterhin starke Zuwachs junger Unternehmen“

"Die Branche steht vor komplexen Herausforderungen. Die Branchenmesse zeigt diesen Wandel und die aktive Arbeit an Lösungen", sagt Stefanie Hamm, eine der beiden Geschäftsführerinnen der E-world GmbH. Die nächste E-world findet zwischen dem 16. - 18. Februar 2027in Essen statt. (Bild: © E-world GmbH)

„Kommunale Unternehmen und Stadtwerke sind zentrale Treiber der Energiewende und bilden seit langem eine Kernzielgruppe der E-world“

Kommunen, Stadtwerke und neue Marktakteure ringen um Lösungen für eine zunehmend komplexe Energieversorgung. Die E-world 2026 in Essen verstand sich erneut als Plattform und Impulsgeber für diesen Transformationsprozess. Die Geschäftsführerin der E-world GmbH Stefanie Hamm zieht Bilanz und spricht im energie.blog über Wachstum, Internationalität und die Rolle der kommunalen Unternehmen. Zudem ordnet sie ein, welche Themen die Branche künftig besonders prägen werden.

e.b.: Frau Hamm, die E-world ist vorbei. Was waren Ihre persönlichen Highlights?
Stefanie Hamm:
Meine persönlichen Highlights lagen vor allem in der Kombination aus thematischer Vielfalt und weiterem Wachstum. Besonders beeindruckend war die hervorragend besuchte neue Halle 6, die deutlich zeigt, wie stark die E-world als Plattform für die Branche verankert ist. Erfreulich war außerdem die deutlich gestiegene Internationalität: Die Zahl der vertretenen Nationen konnte von 76 auf 126 erhöht werden, ein starkes Signal für die globale Bedeutung der Messe. Die Vielzahl hochwertiger Gespräche und die spürbar wachsende Branchenvielfalt bestätigen, dass wir mit unseren Impulsen den gesamten Energiesektor erreichen.

Stimmung in Essen

e.b.: Wie würden Sie die Stimmung der Aussteller und Besucher beschreiben– eher vorsichtig, pragmatisch oder aufbruchsstark?
Stefanie Hamm: Ich habe die Stimmung als aufbruchsstark und lösungsorientiert wahrgenommen. Die Branche steht vor komplexen Herausforderungen: regulatorisch, technologisch und wirtschaftlich. Die E-world zeigt genau diesen Wandel und die aktive Arbeit an Lösungen.
Das positive Grundgefühl spiegelte sich auch in unseren Zahlen wider: Die hohe Beteiligung und das starke Wachstum bei Ausstellern und Besuchern unterstreichen das Vertrauen der Branche in ihre eigene Gestaltungskraft.

e.b.: Die Energiewirtschaft befindet sich mitten im Umbruch. Welche Themen prägten die E-world 2026 stärker als noch vor wenigen Jahren? Welche Rolle spielt Künstliche Intelligenz auf der E-world?
Stefanie Hamm: Im Fokus standen Themen wie Flexibilisierung, sektorübergreifende Lösungen und Resilienz. Die Energieversorgung wird dezentraler, digitaler und komplexer, entsprechend steigt der Bedarf an integrierten, systemischen Lösungen.

Künstliche Intelligenz ist dabei kein Zukunftsthema mehr, sondern ein operatives Werkzeug. Viele Aussteller zeigten konkrete Anwendungen: von Prognosemodellen über Netzoptimierung bis hin zu automatisierten Prozessen in Vertrieb und Kundenservice. KI ist heute ein selbstverständlicher Bestandteil moderner Energiesysteme.

Kommunale Unternehmen auf der E-world

e.b.: Welche Rolle spielen kommunale Unternehmen und Stadtwerke für die E-world – und wie hat sich diese Zielgruppe in den vergangenen Jahren verändert?
Stefanie Hamm: Kommunale Unternehmen und Stadtwerke sind zentrale Treiber der Energiewende und bilden seit langem eine Kernzielgruppe der E-world. Was sich verändert hat, ist die Komplexität ihrer Aufgaben. Themen wie kommunale Wärmeplanung, Digitalisierung oder die Finanzierung großer Transformationsprojekte gewinnen zunehmend an Bedeutung. Der Bedarf an praxisnahen Lösungen und Austausch auf Augenhöhe ist deutlich gestiegen, darauf reagieren wir gezielt.

e.b.: Dieses Jahr gab es erstmals den „Tag der Kommunen“. Was war der Impuls für dieses neue Format und an wen richtet es sich konkret?
Stefanie Hamm: Der „Tag der Kommunen“ ist eine direkte Antwort auf die Bedeutung der kommunalen Ebene für das Gelingen der Energiewende. Viele strategische Entscheidungen werden vor Ort getroffen, gleichzeitig stehen Kommunen vor erheblichen Herausforderungen: begrenzte Personalressourcen, komplexe Förderstrukturen und steigende Anforderungen an Planung und Umsetzung.

Mit diesem neuen Format wollen wir kommunale Akteure gezielt in den Fokus rücken, sie untereinander und mit der Energiewirtschaft vernetzen und ihnen konkrete Lösungsansätze anbieten. Herzstück war ein eigenes Bühnenprogramm mit Vorträgen und Best-Practice-Beispielen zur kommunalen Wärmeplanung, Finanzierungsinstrumenten und Digitalisierungsthemen. Ergänzt wurde das durch Thementische mit Ausstellern und Austauschformate. Die Resonanz hat gezeigt, dass wir hier einen Nerv getroffen haben.

Neu: Halle 6

e.b.: Neu war auch die Halle 6, die sehr gut bei den Besuchern ankam. Nächstes Jahr sollen Halle 7 und 8 hinzukommen. Wie kommt es zu diesem rasanten Ausstellerwachstum?
Stefanie Hamm: Das Wachstum ist ein direktes Spiegelbild des tiefgreifenden Wandels in der Energiewirtschaft. Dekarbonisierung, Digitalisierung und neue regulatorische Rahmenbedingungen verändern Geschäftsmodelle und Marktstrukturen grundlegend und bringen zahlreiche neue Marktteilnehmer hervor. Neben etablierten Unternehmen treten verstärkt Technologieanbieter, IT-Unternehmen und spezialisierte Dienstleister auf. Gleichzeitig erweitern viele bestehende Akteure ihr Portfolio.

Wir schaffen mit den zusätzlichen Hallen gezielt Raum für neue Themenfelder und internationale Akteure. Die inhaltliche Bandbreite wächst stetig und mit ihr die Vielfalt der Aussteller. Besonders erfreulich ist der weiterhin starke Zuwachs junger Unternehmen, wodurch sich auch unser Innovationsbereich deutlich vergrößert. Gerade diese Unternehmen bringen neue Perspektiven, agile Ansätze und technologische Impulse ein und bereichern damit den Austausch zwischen etablierten Marktteilnehmern und neuen Playern.

e.b.: Was erwartet die Besucher in den neuen Hallen?
Stefanie Hamm: Ein Schwerpunkt wird der Bereich „Resilient Infrastructure“ sein mit Fokus auf widerstandsfähige Energie- und Infrastruktursysteme. Die Anforderungen an Versorgungssicherheit und Effizienz steigen kontinuierlich. Gleichzeitig verändern Dezentralisierung und Digitalisierung Planung, Betrieb und Schutz kritischer Infrastrukturen grundlegend. Gerade für Kommunen und Stadtwerke ist Resilienz ein zentrales Thema.

Im Mittelpunkt steht daher das Zusammenspiel von IoT, Sensorik, Robotik, IT-Security und digitalen Steuerungssystemen. Besuchende erwartet ein Ausstellungsbereich, der zeigt, wie moderne Technologien Energiesysteme intelligenter, sicherer und robuster machen und wie sich diese Lösungen konkret vor Ort umsetzen lassen.

Wie geht es weiter mit der E-world?

e.b.: Wenn Sie drei Jahre vorausblicken: Wie muss sich die E-world weiterentwickeln, um für die Branche relevant zu bleiben?
Stefanie Hamm: Die E-world soll weiterhin Spiegelbild dieser sich permanent wandelnden Branche sein, aber auch die Kristallkugel, die einen Blick auf künftige Trends und bahnbrechende Innovationen bietet. Sie soll außerdem der Treffpunkt internationaler Entscheider aller Beteiligten, der Versorger, der Technikanbieter, der Dienstleister und der großen Abnehmer, sein. Dazu werden wir Austauschformate anbieten, in denen die Unternehmenslenker auch ihre Anforderungen an die Politik formulieren können. Damit wird die E-world ihre Rolle als Pflichttermin für die Versorgungswirtschaft noch weiter festigen.

 

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