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Wenn KI selbstständig handelt: 20. Paderborner Tag der IT-Sicherheit

Der Kompetenzbereich „Digital Security“ des SICP – Software Innovation Campus Paderborn lädt zum 20. Paderborner Tag der IT-Sicherheit ein.
Der Kompetenzbereich „Digital Security“ des SICP – Software Innovation Campus Paderborn lädt zum 20. Paderborner Tag der IT-Sicherheit ein. (Bild: © IDOL'foto/AdobeStock)

Im Fokus: sichere Softwareentwicklung, NIS-2, Cyber Resilience Act und digitale Souveränität

Am 1. und 2. September lädt der Kompetenzbereich „Digital Security“ des SICP – Software Innovation Campus Paderborn zum 20. Paderborner Tag der IT-Sicherheit ein. Die kostenfreie Veranstaltung der Universität Paderborn widmet sich der Frage, wie künstliche Intelligenz (KI) die Cybersicherheit verändert. Dabei geht es vor allem um KI-Systeme, die selbstständig Code entwickeln, auf Systeme zugreifen und Entscheidungen treffen.

Expert*innen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik diskutieren in der Zukunftsmeile 2 über aktuelle Ansätze für sichere Softwareentwicklung. Weitere Themen sind die Umsetzung der zweiten EU-Richtlinie zur Netzwerk- und Informationssicherheit (NIS-2), der Cyber Resilience Act (CRA) und Europas digitale Souveränität. Das vollständige Programm und die Anmeldung finden Interessierte unter: go.upb.de/Tag-der-IT-Sicherheit-2026.

Agentische KI und sichere Softwareentwicklung

Den wissenschaftlichen Auftakt bildet die englischsprachige Keynote „Agentic Software Development and Security: The Paradigm Shift“. Marcel Böhme vom Max-Planck-Institut für Sicherheit und Privatsphäre zeigt darin, wie Large Language Models und Coding Agents die Softwareentwicklung verändern. Zugleich geht es um die Frage, wie automatisch erzeugter Code analysiert und auf Vertrauenswürdigkeit und Sicherheit geprüft werden kann.

Weitere Vorträge beschäftigen sich mit neuen Verfahren zur automatisierten Softwareanalyse. Hinzu kommen die kontextabhängige Erkennung sensibler Daten und der sichere Einsatz autonomer KI-Agenten.

„KI-Systeme entwickeln sich gerade sehr schnell von unterstützenden Werkzeugen zu Systemen, die selbstständig Code erzeugen, auf Anwendungen zugreifen und Entscheidungen vorbereiten oder ausführen. Dadurch entstehen nicht nur neue Chancen, sondern auch neue Anforderungen an Qualitätssicherung, Berechtigungen, Verantwortung und digitale Souveränität.“

Dr. Simon Oberthür, Manager des Kompetenzbereichs „Digital Security“ im SICP

Cybersicherheit als politische und unternehmerische Verantwortung

Außerdem geht es darum, warum Cybersicherheit nicht nur eine technische, sondern auch eine politische, rechtliche und organisatorische Aufgabe ist. Im Mittelpunkt stehen klare Zuständigkeiten, Cybersicherheit als Leitungsaufgabe, mögliche Bußgeld- und Strafbarkeitsrisiken sowie praktische Erfahrungen mit der Umsetzung von NIS-2 und Cyber Resilience Act.

Zum Abschluss des ersten Tages stehen messbare Qualitäts- und Sicherheitsprüfungen im Fokus. Außerdem geht es um Berechtigungssteuerung, „Zero Trust“, menschliche Kontrollpunkte und digitale Souveränität.

Digitale Souveränität und praktische Umsetzung

Den zweiten Veranstaltungstag eröffnet Matthias Muhlert, Group Chief Information Security Officer der Oetker-Gruppe. Seine englischsprachige Keynote trägt den Titel „Rethinking Cybersecurity – A Blueprint for Europe’s Digital Future“. Im Mittelpunkt stehen eine menschenzentrierte Sicherheitsstrategie und gemeinsame Verantwortung. Zudem geht es um die Frage, wie Europa digitale Souveränität, Innovation und Cybersicherheit stärker miteinander verbinden kann.

In fünf interaktiven Workshops vertiefen die Teilnehmenden verschiedene Praxisthemen. Dazu gehören die IT-Sicherheitskultur im Kontext von NIS-2 und die CRA-Risikobeurteilung nach DIN EN 40000. Weitere Workshops befassen sich mit der praktischen Analyse von TLS-Verbindungen und einem Vorgehensmodell für NIS-2-Umsetzungsprojekte. Außerdem erarbeiten die Teilnehmenden schrittweise einen IT-Notfallplan. Dieser soll Unternehmen auf Cyberangriffe und technische Störungen vorbereiten.

Unterstützt wird die Veranstaltung von InnoZent OWL e.V., dem Kreis Paderborn, der Regionalgruppe OWL/Lippe der Gesellschaft für Informatik e. V. sowie der heise academy.

 

Fachkontakt

Dr. Simon Oberthür, SICP – Software Innovation Campus Paderborn der Universität Paderborn, Fon: +49 5251 60-6822, E-Mail: oberthuer@sicp.uni-paderborn.de

Pressekontakt

Selina Härtel, PR-Redakteurin, Stabsstelle Presse, Kommunikation und Marketing

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