Business Energy Sharing
Spürbare Kostenersparnisse, Nachhaltigkeit und eine größere Unabhängigkeit von klassischen Energieversorgern verspricht der standortübergreifende Eigenverbrauch von Ökostrom. Der Düsseldorfer Anbieter zukunftsgerichteter Energiekonzepte definiert Business Energy Sharing als wichtigen strategischen Faktor sowie wachsenden Baustein in der Energiewende.
Sie ist eine Newcomerin auf der E-World Energy & Water: die WeShareEnergy GmbH aus Düsseldorf. Im Jahr 2023 gegründet, betreibt das Start-up Stromcommunitys insbesondere für Unternehmen, Vereine oder auch Genossenschaften und stellt auf der Messe vom 10. bis 12. Februar 2026 in Essen das Business Energy Sharing als einen zentralen Anwendungsfall vor. „Business Energy Sharing bietet einen völlig neuen Ansatz, wenn es darum geht, selbst erzeugten Strom zu verwenden“, sagt Hendrik Schubert, Geschäftsführer von WeShareEnergy.
„Unternehmen können ihren erneuerbar erzeugten Strom effizient intern verteilen und gezielt dort einsetzen, wo er den größten Mehrwert schafft. So wird aus selbst erzeugter Energie ein strategischer Faktor für Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit und Unabhängigkeit.“
Energieüberschüsse in Echtzeit verteilen
Business Energy Sharing richtet sich an Unternehmen mit mehreren Erzeugungs- und Verbrauchsstandorten wie beispielsweise Büro-, Produktions- oder Lagergebäuden, die zum Teil oder vollständig mit Solar-, Wind- oder auch Wasserkraftanlagen ausgestattet sind. Diese Standorte werden über ein Netzwerk miteinander verbunden und versorgen sich gegenseitig mit Ökostrom.
Energieüberschüsse werden automatisch und in Echtzeit dorthin verteilt, wo sie benötigt werden. Dadurch sinkt der Strombezug von externen, klassischen Stromversorgern deutlich, mit dem Ergebnis, dass auch der Strombezugspreis spürbar reduziert werden kann. Darüber hinaus verringert sich beim Business Energy Sharing das Risiko von Negativstunden, wie sie bei regenerativen Anlagen auftreten, wenn das Stromangebot die Nachfrage übersteigt – mit der Folge, dass für die Stromproduzenten Vergütungen wegfallen oder sie sogar für die Einspeisung zahlen müssen.
Erzeugung und Verbrauch zusammenbringen
„Wir stellen typischerweise fest“, erläutert Schubert, „dass Überproduktion aus Sonne, Wind und Wasser immer unwirtschaftlicher wird, solange das Energie-Plus einfach ins allgemeine Stromnetz eingespeist wird.“
Der Grund, so Schubert: Erzeugung und Verbrauch werden separat betrachtet. „Wir von WeShareEnergy bringen beides zusammen und etablieren ein funktionierendes System, aus dem möglichst keine Energie verloren geht, und mit dem bei Dunkelflauten nur wenig Strom von außen zugekauft werden muss.“
Wie gut das funktioniert, zeigt das Beispiel der Vento Ludens GmbH &Co. KG, Kunde von WeShareEnergy, mit Hauptsitz im bayerischen Jettingen. Die Unternehmensgruppe mit vielfältigem Inhalt – darunter die Produktion von Gesellschaftsspielen und Puzzles, die Fertigung von Verpackungen aus Well- und Vollpappe sowie das Angebot logistischer Fulfillment-Leistungen – ist selbst Planer, Investor und Betreiber von Windenergie-, PV- und Wasserkraftanlagen.
Wichtiger Baustein der Energiewende
„Wir erzeugen heute sehr viel mehr Energie, als wir verbrauchen“, beschreibt Joachim Finkel, Geschäftsführer von Vento Ludens. Im Gespräch mit seinen bisherigen Stromanbietern zeichnete sich, laut Finkel, keine tragfähige Lösung für die Verwendung des Überschusses ab. „Erst mit WeShareEnergy haben wir einen Partner gefunden, mit dem wir den Strombezug auf eine neue Ebene heben – und der die gleiche Neugier und Innovationskraft in sich trägt wie wir selbst.“
Auch Hendrik Schubert freut sich über den Erfolg der Zusammenarbeit. Er liefert eine belastbare Zahl: „Vento Ludens erzielt einen Selbstversorgungsgrad von durchschnittlich 77 Prozent.“ Der Experte prognostiziert: „Business Energy Sharing entwickelt sich zum Standardmodell für Unternehmen, um erneuerbare Energien wirkungsvoll und flexibel zu nutzen. Es ist ein wichtiger Baustein der Energiewende, der weiter wachsen wird.“
