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Compass AI: Wie regiocom KI direkt in Abrechnung und Kundenservice integriert

Im Bild: Dr. Kyung‑Hun Ha und Dr. Richard Lohwasser von enneo sowie Max Schlieker, Joan Schlieker und Klemens Gutmann von regiocom.
Mit Compass AI erweitert regiocom seine Abrechnungsplattform gezielt um KI-Funktionen. Ein Schlüssel zur Lösung ist die Zusammenarbeit mit dem Berliner KI-Startup enneo. Im Bild: Dr. Kyung‑Hun Ha und Dr. Richard Lohwasser von enneo sowie Max Schlieker, Joan Schlieker und Klemens Gutmann von regiocom. (Bild: © regiocom)

Künstliche Intelligenz in der Praxis

Künstliche Intelligenz gilt als Schlüsseltechnologie für die Energiewirtschaft. Doch zwischen Pilotprojekten und großen Plattformversprechen bleibt oft unklar, was im operativen Alltag wirklich funktioniert. Die regiocom verfolgt mit Compass AI einen anderen, praxisnahen Ansatz: KI ist kein externer Zusatz, sondern wird direkt in Abrechnung, Prozesse und Kundenservice eingebettet. Geschäftsführer Klemens Gutmann erklärt, wie das im Alltag aussieht und was Energieversorger davon konkret haben.

KI als Voraussetzung für künftige Marktmodelle

Die Energiewirtschaft steuert auf eine neue Phase zu. Dynamische Tarife, flexible Erzeugung, Elektromobilität und Wärmepumpen erhöhen die Zahl der Transaktionen deutlich. Jeder Haushalt wird perspektivisch zum aktiven Marktteilnehmer.

„Dieses Geschäftsvolumen lässt sich mit klassischer Datenverarbeitung kaum noch bewältigen“, sagt Gutmann. KI werde damit nicht zum Nice-to-have, sondern zur Voraussetzung für neue Marktmodelle.

Besonders stark wirkt sich das in der Kundenkommunikation aus. Während früher viele Vorgänge standardisiert und selten waren, entstehen heute deutlich mehr individuelle Anfragen. „Ohne KI würden Bearbeitung, Kommunikation und Abrechnung spürbar langsamer und teurer“, so Gutmann.

Compass AI: KI arbeitet im Prozess, nicht daneben

Mit Compass AI erweitert regiocom seine Abrechnungsplattform gezielt um KI-Funktionen. Der zentrale Unterschied zu vielen marktüblichen Angeboten: Die KI ist vollständig in die bestehenden Prozesse eingebettet. Sie agiert nicht als externe Blackbox, sondern arbeitet direkt im System.

Ein Schlüssel zur Lösung ist die Zusammenarbeit mit dem Berliner KI-Startup enneo. enneo entwickelt spezialisierte KI-Agenten für den Kundenservice in der Energiebranche und bringt dabei branchenspezifisches Wissen und vortrainierte Modelle ein. regiocom ergänzt diese Technologie um Prozessintegration, Betrieb und skalierbare Plattformservices. Diese Kombination erlaubt es, Standardanfragen über alle Kanäle automatisiert zu bearbeiten und gleichzeitig die bestehende System- und Prozesslandschaft zu nutzen.

„Der Mensch bleibt immer der verantwortliche Agent“, betont Gutmann. Sachbearbeitende prüfen Ergebnisse, können eingreifen und Entscheidungen übersteuern. Genau dieses Zusammenspiel sei entscheidend, weil die KI auf diese Weise lernt und gleichzeitig kontrollierbar bleibt. Erkennt das System seine Grenzen, gibt es den Vorgang bewusst an den Menschen zurück.

Messbare Effekte im operativen Betrieb

Compass AI wird seit Herbst 2025 produktiv eingesetzt. In der schriftlichen Sachbearbeitung zeigt sich bereits ein klarer Effekt: Die Bearbeitungszeit sinkt im Durchschnitt um rund ein Drittel. In mehr als 90 Prozent der Standardfälle liegen alle relevanten Daten vor, sodass die KI Vorgänge vollständig vorbereiten oder abschließen kann.

Gleichzeitig verfolgt regiocom einen schrittweisen Ausbau. „Stabilität ist wichtiger als Geschwindigkeit“, sagt Gutmann. Neue Vorgangstypen werden nach und nach integriert. Ziel sei es, die Lösung zuverlässig zu erweitern, ohne den operativen Betrieb zu gefährden.

Datenschutz als integraler Bestandteil

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Datenschutz. Compass AI und die Enneo-Technologie werden in der eigenen Domäne betrieben, sehr nah am Abrechnungssystem. Der Auftraggeber muss keine zusätzlichen Cloud-Dienstleister einbinden oder neue Auftragsdatenverarbeitungsverträge abschließen. Für Energieversorger vereinfacht das die datenschutzrechtliche Bewertung erheblich. Transparenz bleibt dennoch Pflicht. Inhalte, die mit Unterstützung von KI erstellt wurden, müssen klar gekennzeichnet sein. „Das schafft Vertrauen – intern wie extern“, so Gutmann.

Für wen eignet sich Compass AI?

Ursprünglich richtet sich Compass AI an stark wachsende, vermarktungsaktive Energielieferanten. Das Konzept ist jedoch nicht darauf beschränkt. Auch Stadtwerke können profitieren, insbesondere dort, wo Prozesse klar dokumentiert und regelbasiert sind.

Gutmann rät zu einem pragmatischen Einstieg: Zunächst einen klar abgegrenzten Bereich auswählen, Erfahrungen sammeln und erst dann ausweiten. Besonders geeignet sei die schriftliche Sachbearbeitung. Telefonische Prozesse seien komplexer und erforderten mehr Reife im System.

Technologie trifft Unternehmenskultur

Parallel zum technologischen Ausbau bereitet regiocom einen Generationenwechsel vor. Mit Max Schlieker rückt ein Familienmitglied in die Führung nach. Für Gutmann ist das kein Bruch, sondern ein bewusster Schritt in Richtung Kontinuität.

regiocom gehört zu den wenigen Familienunternehmen in der Energiewirtschaft. Diese Struktur prägt auch den Umgang mit Technologie. „Wir müssen nicht jedem Hype hinterherlaufen“, sagt Gutmann. Investitionen werden langfristig bewertet, nicht an kurzfristigen Renditezielen ausgerichtet. Diese Haltung habe sich gerade in Krisenzeiten bewährt.

Einstieg in KI: klein anfangen, sauber umsetzen

Für Energieversorger, die erste KI-Projekte planen, lautet Gutmanns Empfehlung: dort beginnen, wo Prozesse gut beschrieben und Regeln klar sind. Erfolge müssten sichtbar und belastbar sein. Frustprojekte schadeten der Akzeptanz mehr als fehlende Features.

„KI entfaltet ihren Nutzen nicht durch Größe, sondern durch Passgenauigkeit“, sagt Gutmann. Compass AI sei genau deshalb als integrierte Lösung konzipiert worden – nah am Alltag, kontrollierbar und ausbaufähig.

 

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