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10 Jahre GWAdriga: Vom Messen zum Steuern

von links: Dr. Jan Peter Sasse (Bundesnetzagentur), Jörg Ritter (BTC AG), Jens Viefhues (Westfalen Weser Netz), Ingo Schönberg (PPC) und Johanna Fronisch (Neon Energy)

Feiern gemeinsam das zehnjährige Bestehen von GWAdriga (von links): Dr. Jan Peter Sasse (Bundesnetzagentur), Jörg Ritter (BTC AG), Jens Viefhues (Westfalen Weser Netz), Ingo Schönberg (PPC) und Johanna Fronisch (Neon Energy) (Bilder: © Press'n'Relations - Uwe Pagel)

Kooperation und Praxisorientierung waren wichtige Erfolgsfaktoren

„Auf die Menge kommt es an“ – so lautete nicht nur die Headline der ersten GWAdriga-Pressemitteilung. Diese Überlegung der drei Gesellschafter EWE, RheinEnergie und Westfalen Weser Netz war 2016 auch der Ausgangspunkt für die Gründung der GWAdriga. Sie waren sich sicher, dass selbst größere Versorger voraussichtlich nicht das nötige Mengengerüst für einen wirtschaftlichen Betrieb der Gateway-Administration in Eigenregie mitbringen.

Größter unabhängiger Umsetzungspartner

Der Name GWAdriga entstand beim Gründungstreffen am Pariser Platz mit dem Blick auf die Quadriga und ihre vier Pferde. „Für uns war das ein gutes Bild: unterschiedliche Kräfte, aber eine gemeinsame Richtung“, erinnert sich Dr. Michal Sobotka, Geschäftsführer der GWAdriga GmbH & Co. KG.

Heute, 10 Jahre später, ist GWAdriga – gemessen an der installierten Basis von intelligenten Messsystemen – die Nummer 2 auf dem Markt und der größte unabhängige Umsetzungspartner im Smart-Meter- und Steuerungsrollout.

Ganzheitlicher Ansatz

„Eins war für uns damals klar: Wir wollten so schnell wie möglich mit dem Smart-Meter-Rollout loslegen“, erinnert sich Dr. Michal Sobótka. Doch bekanntlich verzögerte sich der Start des Rollouts um mehrere Jahre. Eine Zeit, die GWAdriga nutzte. „In der kritischen Phase haben wir nicht nur gewartet, sondern sind im Austausch mit den Kunden ganz konkrete Praxisprobleme vor Ort angegangen. Das haben wir nicht nur in Konzepten, sondern im Rechenzentrum, in den Fachbereichen, in den Prozessen und manchmal ganz buchstäblich im Keller beim Kunden gemacht“, so Sobótka weiter.

„Diese Erfahrungen aus einer Vielzahl von möglichen Konstellationen helfen uns bis heute, auch in unserem eigenen ‚Maschinenraum‘. Denn unsere Mitarbeitenden wissen genau, worauf es ankommt und worauf sie angesichts der zunehmenden Skalierung achten müssen.“

Dr. Michal Sobótka, Geschäftsführer GWAdriga GmbH & Co. KG und Moderatorin Johanna Fronisch, Neon Energy

Dr. Michal Sobótka, Geschäftsführer GWAdriga GmbH & Co. KG und Moderatorin Johanna Fronisch, Neon Energy.

Vorreiter bei Steuern & Regeln

Beim Thema „Steuern & Regeln“ gehörte GWAdriga mit seinen Kunden zu den absoluten Vorreitern. Im Rahmen des Projekts „Virtueller WärmeStromPool“ der RheinEnergie, bei dem Nachtspeicherheizungen ins virtuelle Kraftwerk eingebunden und mit Strom aus erneuerbaren Quellen versorgt wurden, übernahm GWAdriga schon 2018 erstmals die Abwicklung des CLS-Managements. Und sammelt auf diesem Wege schon früh Erfahrungen mit einem Prozess, der für die Digitalisierung der Energiewende entscheidend ist.

Neben weiteren kleineren Pilotprojekten in den folgenden Jahren wurden schließlich im Rahmen des Gemeinschaftsprojekts CLS.ON, an dem neben den Gesellschafterunternehmen auch die Nürnberger N-ERGIE beteiligt ist, konkrete Umsetzungsoptionen entwickelt, die heute zur Grundlage des Steuerungsrollouts bei den GWAdriga-Kunden geworden sind.

„Kooperation war für uns nie ein Nebenaspekt. Denn eine enge Zusammenarbeit ist die Voraussetzung, um komplexe Herausforderungen bei der Digitalisierung der Netze zu meistern und zum Erfolg zu tragen. Das zeigt sich nicht nur bei CLS.ON, das war eine zentrale Grundlage zahlreicher Projekte der letzten zehn Jahre“, stellt Dr. Michal Sobótka fest.

Inzwischen vertrauen 21 Messstellenbetreiber auf GWAdriga

Die Kundenbasis hat sich im Lauf der Jahre stetig verbreitert. Waren 2016 noch ausschließlich die drei Gesellschafterunternehmen mit einem Gesamtvolumen von 480.000 auszurollenden intelligenten Messsystemen unter Vertrag, liegt die aktuelle Zahl bei mehr als 300.000 iMsys im Produktivbetrieb und rund 2 Millionen weiteren im Rollout – bei derzeit 21 Messstellenbetreibern. Dazu kommen nun auch mehrere hunderttausende Steuerboxen, die ebenfalls auszubringen und zu betreiben sind.

„Die Rolle des Messstellenbetreibers hat sich in diesen Jahren grundlegend verändert. Was lange eher ein nachgelagerter Teil des Systems war, rückt mit Digitalisierung und Steuerungsrollout ins Zentrum. Aus dem Verwalter von Zählern wird Schritt für Schritt ein aktiver Ermöglicher von Steuerung, Transparenz und systemdienlicher Flexibilität“, so Dr. Michal Sobótka.

Damit einher ging aber auch eine veränderte Positionierung von GWAdriga: „Als Partner der Messtellenbetreiber und zunehmend auch Verteilnetzbetreiber helfen wir ihnen, diese neue Verantwortung wirksam und skalierbar auszufüllen. Und vielleicht ist das tatsächlich die wichtigste Entwicklung von GWAdriga in diesen zehn Jahren: Wir sind nicht nur als Unternehmen größer geworden. Wir sind in unserer Rolle gewachsen – vom Dienstleister im Hintergrund zum Integrator, Umsetzer und Gestalter.“

Heutige Herausforderungen

Dabei hat sich für ihn im Rückblick auch die Frage erledigt, ob der deutsche Sonderweg bei Smart-Metering im europäischen Kontext nicht eventuell doch ein Irrweg war. „Der deutsche Weg war sicher kein geradliniger Erfolg, sondern geprägt von Verzögerungen, Komplexität und Lernkurven. Aber: Der Ansatz war seiner Zeit voraus und strategisch richtig gedacht“, erklärt Dr. Michal Sobótka. Die anderen europäischen Länder hätten den Rollout zwar schneller und vollständiger umgesetzt, aber primär für die Anforderungen an Fernauslesbarkeit und Verbrauchstransparenz.

„Die heutigen Herausforderungen liegen jedoch in der Beherrschung hochdynamischer Netzsituationen, durch volatile Einspeisung und stark schwankenden Verbrauch. Dabei sind sicher nicht alle Elemente des deutschen Modells international sinnvoll übertragbar wie etwa die starke Fragmentierung von Marktrollen. Sehr wohl übertragbar sind jedoch die technischen und architektonischen Grundprinzipien: eine sichere, standardisierte Kommunikationsinfrastruktur und die Trennung von Messung, Steuerung und Mehrwertdiensten. Hier kann Deutschland durchaus als Vorbild für Europa dienen.“

Seite zehn Jahren unterstützt GWAdriga Messstellen- und Verteilnetzbetreiber beim Rollout.

Seite zehn Jahren unterstützt GWAdriga Messstellen- und Verteilnetzbetreiber beim Rollout.

 

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